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Die Jahresversammlung (JV) 2000 der deutschen Sektion von amnesty
international fand von 10. bis 12. Juni 2000 (Pfingstenwochenende)
in Müchen statt. Es folgt eine Zusammenfassung des Presseechos:
Alles in allem war das Presseecho über die JV nicht traumhaft, aber immerhin
ganz ordentlich. Es haben unter anderem berichtet:
B5 aktuell, WDR-Radio, NDR-Radio, Münchner Merkur, Süddeutsche Zeitung,
Mittelbayerische Zeitung (mit Foto von der Auftaktveranstaltung), Der
Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, FAZ, taz (Kurzmeldung).
Da Fotos und Bericht von den Agenturen zur Verfügung gestellt wurden
(dpa, afp, ddp und AP) haben vermutlich noch
weitere Regionalzeitungen berichtet.
tz, AZ und Bild haben keinen Bericht gehabt, obwohl ein az-Fotograf
da war. Es war leider kein Fernsehteam da. Das ist wohl durch die
Zugkatastrophe an der Zugspitze am Samstagmorgen zu erklären.
Zusammenfassung AP
München (AP) Eine internationale Kampagne gegen die Folter
hat die Menschenrechtsorganisation amnesty international für
den kommenden Herbst angekündigt. "Der öffentliche Druck
auf Täter und Verantwortliche muss erhöht und die Folter
weltweit geächtet werden", forderte der neu gewählte
Vorstandssprecher der deutschen ai-Sektion, Kajetan von
Eckardstein, am Montag zum Abschluss der
Jahresversammlung seiner Organisation in München. Bei
dem dreitägigen Treffen hatten rund 800 Delegierte
Menschenrechtsverletzungen in aller Welt angeprangert und
die Arbeitsschwerpunkte für das kommende Jahr festgelegt.
Scharfe Kritik übte die Versammlung an der
Menschenrechtslage in Russland. Mit administrativen und
legislativen Maßnahmen werde dort die Arbeit von
Nichtregierungsorganisationen drastisch erschwert und die
Meinungs- und Informationsfreiheit immer wieder verletzt. So
sei der jüngste ai-Bericht zu Tschetschenien von den
Zollbehörden beschlagnahmt worden. Ferner sei ein
Journalist in Wladiwostok inhaftiert worden, weil er über die
illegale Entsorgung von russischem Atommüll im Pazifik
berichtet hatte. Die Jahresversammlung forderte die
Bundesregierung auf, diese Vorfälle beim bevorstehenden
Deutschlandbesuch des russischen Präsidenten Wladimir
Putin kritisch zur Sprache zu bringen.
Besorgnis äußerten die ai-Delegierten auch über die
Menschenrechtslage in Sierra Leone, wo trotz des
Friedensabkommens vom Juli 1999 weiter gekämpft wird.
Problematisch sei hier vor allem, dass die Rebellen sich
ständig neue Waffen beschaffen könnten, weil sie dank eines
florierenden Diamantenhandels über genügend Geld
verfügten. Mit diesen Waffen aber begingen sie grausame
Menschenrechtsverstöße. Die Bundesregierung wurde
aufgerufen, sich im Weltsicherheitsrat für eine konsequente
Durchsetzung des Waffenembargos gegen Sierra Leone stark
zu machen.
Eckardstein verwies auch auf die Foren von amnesty auf der
Expo 2000 in Hannover. Hier gehe es insbesondere um das
Thema "Wirtschaftsunternehmen und Menschenrechte".
Menschenrechtsverstöße im Zusammenhang mit
multinationalen ölförderprojekten seien unter anderem in
Südsudan registriert worden. Dort sicherten sich
Regierungstruppen und Milizen gleichermaßen lukrative
Erdölquellen und vertrieben deshalb zahlreiche Dorfbewohner
in der Region aus ihren Häusern.
Zum Auftakt der Jahresversammlung hatte amnesty am
Samstag eine Kundgebung auf dem Münchner Karlsplatz
veranstaltet. Unter dem Motto "Handeln, bevor es zu spät ist"
rief Generalsekretärin Barbara Lochbihler zur Unterstützung
der präventiven Arbeit auf: "Die meisten Menschenrechtskrisen
können und müssen verhindert werden. Dafür ist es wichtig,
die zahlreichen Menschen in aller Welt, die zum Teil unter
Einsatz ihres Lebens für die Achtung der Menschenrechte aktiv
sind, mit ganzer Kraft zu unterstützen."
Zufrieden zeigte sich die Organisation mit der eigenen
Entwicklung. Die jüngste Finanzkrise sei vorerst überwunden,
die Anzahl der Mitglieder, Förderer und Spender sei wieder im
Steigen begriffen. Eckardstein erklärte, die Organisation wolle
mit neuen Projekten vor allem Jugendliche ansprechen.
"Unser Jugendwettbewerb vom Frühjahr zur Todesstrafe in
den USA war sehr erfolgreich. In dieser Richtung werden wir
weitermachen", betonte der 28-jährige Mediziner.
Zusammenfassung AFP
München, 12. Juni (AFP) - Die Menschenrechtsorganisation
amnesty international (ai) will im Oktober eine Kampagne
gegen Folter starten. "Der öffentliche Druck auf Täter und
Verantwortliche muss erhöht und die Folter weltweit geächtet
werden", sagte der neu gewählte Vorstandssprecher der
deutschen ai-Sektion, Kajetan von Eckardstein, am Montag
zum Abschluss der diesjährigen Jahresversammlung der
Menschenrechtsorganisation in München. Wie ai mitteilte,
sind Folter und Misshandlungen noch immer in weit über
hundert Länder der Welt an der Tagesordnung. Mehrere hundert
Mitglieder und Delegierte von ai hatten über Pfingsten die
Arbeitsschwerpunkte der Menschenrechtsorganisation für die
kommenden Monate festgelegt.
Einmütig verurteilten die Delegierten den Angaben zufolge die
Menschenrechtspolitik der russischen Regierung. In der
russischen Föderation würden die Menschenrechte "mit
Füßen getreten", sagte von Eckardstein. Die Arbeit von
Nichtregierungsorganisationen werde drastisch erschwert.
Außerdem werde die Meinungs- und Informationsfreiheit
immer wieder verletzt. Die Jahresversammlung forderte die
Bundesregierung auf, in den Gesprächen mit dem
russischen Präsidenten Wladimir Putin Ende der Woche in
Berlin das Thema kritisch zur Sprache zu bringen.
Mit großer Besorgnis reagierten die Delegierten den Angaben
zufolge unter anderem auf die Lage in Sierra Leone: Trotz des
Friedensabkommens von 1999 habe ai unzählige politische
Morde, Verstümmelungen sowie Vergewaltigungen und
Entführungen dokumentiert. Die Lage werde durch
internationale Rüstungstransfers in die von den Rebellen
kontrollierten Gebiete weiter verschärft, sagte von Eckardstein.
Durch den Handel mit Diamanten finanzierten die
Aufständischen die Waffen, mit denen sie grausame
Menschenrechtsverstöße begingen. Der Waffenhandel müsse
effektiv kontrolliert werden, forderte er. Auch müsse die
Bundesregierung auf den UN-Sicherheitsrat einwirken, damit
das Waffenembargo gegen Sierra Leone endlich
durchgesetzt werde.
Zufrieden zeigte sich die Organisation mit ihrer Entwicklung in
Deutschland. Die Zahlen von Mitgliedern, Förderern und
Spendern steigen demnach, die Finanzkrise von vor zwei
Jahren sei überwunden. Vor allem Jugendliche sollen künftig
gezielt durch einzelne Projekte angesprochen werden. Die
Menschenrechtsorganisation hat nach eigenen Angaben derzeit
40.000 Förderer und Mitglieder. Angestrebt ist nach Angaben
einer Sprecherin die Verdoppelung der Zahl in den nächsten
vier Jahren. Bei der Vorstandswahl löste von Eckardstein den
bisherigen Vorstandssprecher Nils Geißler ab.
Zusammenfassung dpa - Landesdienst Bayern
München (dpa/lby) - Die Menschenrechtsorganisation
amnesty international (ai) will im Oktober eine Kampagne
gegen die Folter starten. Noch immer seien in weit über 100
Ländern der Welt Folter und Misshandlungen an der
Tagesordnung. "Der öffentliche Druck auf Täter und
Verantwortliche muss erhöht und die Folter weltweit geächtet
werden", sagte der neue gewählte Vorstandssprecher der
deutschen ai-Sektion, Kajetan von Eckardstein, zum Abschluss
der diesjährigen Jahresversammlung in München. Mehrere
hundert Mitglieder und Delegierte hatten über Pfingsten die
Arbeitsschwerpunkte der Menschenrechtsorganisation für die
kommenden Monate festgelegt.
Auch der Vorsorge von Menschenrechtsverletzungen will sich
ai zunehmend widmen. "Tragödien wie im Kosovo oder in
Tschetschenien folgen keinen unabwendbaren Gesetzen,
sondern lassen sich verhindern", sagte die deutsche ai-
Generalsekretärin Barbara Lochbihler. So müssten
Rüstungsexporte grundsätzlich mit Menschenrechtsklauseln
verbunden werden. Länder, die Waffen kaufen wollen, sollen
zuerst nachweisen, dass die Menschenrechtssituation in
ihrem Land "unbesorglich" sei, sagte Lochbihler in einem
dpa- Gespräch. Außerdem müssten die Produktion und der
Export von Repressionstechnologien wie Elektroschocks
verboten werden.
Mit großer Besorgnis reagierten die rund 800 angereisten ai-
Mitglieder nach Angaben vom Montag auf die Verschärfung der
Lage in Sierra Leone. Trotz des Friedensabkommens vom Juli
1999 dokumentiere amnesty international unzählige
Ermordungen, Verstümmelungen sowie Vergewaltigungen
und Entführungen. "Die Lage wird durch die internationalen
Rüstungstransfers in die von den Rebellen kontrollierten
Gebiete weiter verschärft. Durch den Handel mit Diamanten
finanzieren die Aufständischen die Waffen, mit denen sie
grausame Menschenrechtsverstöße begehen", sagte Kajetan
von Eckardstein.
Die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen in Russland
werde drastisch erschwert. Außerdem werde die Meinungs-
und Informationsfreiheit immer wieder verletzt. Alarmiert
reagierte die Menschenrechtsorganisation auch auf Berichte
über Menschenrechtsverstöße aus dem Süden Sudans im
Zusammenhang mit multinationalen ölförderprojekten.
Zahlreiche Menschen würden aus ihren Häusern und Dörfern
vertrieben. An den ölprojekten beteiligten sich Konzerne aus
China, Malaysia, Kanada, österreich und Schweden.
Ehrengast der diesjährigen ai-Jahresversammlung war die
türkische Menschenrechtsaktivistin Eren Keskin. Um
Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land besser
bekämpfen zu können, forderte sie vor allem von der
Europäischen Union (EU) mehr Unterstützung.
Neben der Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen
beschäftigten sich die rund 800 Delegierten auch mit dem
öffentlichen Einfluss der Organisation. "Wir wollen in den
nächsten Jahren unsere Mitgliederzahl auf rund 80 000
verdoppeln", sagte Vorstandssprecher Nils Geißler.
Insgesamt zufrieden äußerte sich der neu gewählte Vorstand
über die Entwicklung des Vereins in Deutschland. Die Zahlen
von Mitgliedern, Förderern und Spendern seien steigend, die
Finanzkrise von vor zwei Jahren sei überwunden.
Zum Auftakt der Veranstaltung hatte Münchens
Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) der Organisation für
deren "beharrlichen und konsequenten Einsatz" gedankt.
"Anders als die Medien berichtet amnesty international nicht
nur über Menschenrechtsverletzungen, wenn das Thema
gerade von öffentlichen Interesse ist", sagte Ude vor rund
250 Menschen auf dem Münchener Stachus.
Zusammenfassung ddp
München (ddp-bay). Amnesty International Deutschland fordert
die Bundesregierung auf, mehr Druck auf die Türkei wegen
der Menschenrechtssituation auszuüben.
Amnesty-Generalsekretärin Barbara Lochbihler sagte am
Samstag am Rande der Hauptversammlung in München: "Wir
sind nicht dagegen, dass die Türkei in die Europäische Union
aufgenommen wird." Es müssten sich aber etwa die
Haftbedingungen deutlich verbessern. Von
Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) erwarte sie
sich nicht zu viel. Der Außenminister eines so mächtigen
Landes wie Deutschland sei schließlich an Sachzwänge
gebunden. Auf der Jahresversammlung in München kündigte
Amnesty International an, die Zahl der 40.000 Mitglieder in
Deutschland solle in den nächsten Jahren verdoppelt
werden.
Auf einer Kundgebung am Münchner Karlsplatz sprachen
zuvor die türkische Anwältin Erin Keskin und die Frau des im
Mai 1999 freigelassenen russischen politischen Gefangen
Grigorij Pasko, Galina Morosowa. Vor rund 500 Zuhörern
berichtete sie von ihrem Mann, der die illegale Entsorgung von
Atommüll im Pazifik dokumentiert hatte und wegen Spionage
im November 1997 inhaftiert wurde. Pasko dürfe Russland
heute noch nicht verlassen.
dpa-Zwischenbericht vom Samstag Mittag
München (dpa/lby) - Amnesty international (ai) will sich
zunehmend der Vorsorge von Menschenrechtsverletzungen
widmen. "Tragödien wie im Kosovo oder in Tschetschenien
folgen keinen unabwendbaren Gesetzen, sondern lassen sich
verhindern", sagte die deutsche ai- Generalsekretärin Barbara
Lochbihler auf der Jahresversammlung der
Menschenrechtsorganisation am Samstag in München.
So müssten Rüstungsexporte grundsätzlich mit
Menschenrechtsklauseln verbunden werden. Länder, die
Waffen kaufen wollen, sollen zuerst nachweisen, dass die
Menschenrechtssituation in ihrem Land "unbesorglich" sei,
sagte Lochbihler in einem dpa-Gespräch. Außerdem
müssten die Produktion und der Export von
Repressionstechnologien wie Elektroschocks verboten
werden.
Ehrengast der diesjährigen ai-Jahresversammlung war die
türkische Menschenrechtsaktivistin Eren Keskin. Um
Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land besser
bekämpfen zu können, forderte sie vor allem von der
Europäischen Union (EU) mehr Unterstützung. "Wegen des
Bestrebens der Türkei, in die EU aufgenommen zu werden, ist
unser Land derzeit dem politischen Druck besonders
ausgesetzt", sagte Keskin.
Neben der Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen
beschäftigten sich die rund 800 Delegierten auch mit dem
öffentlichen Einfluss der Organisation. "Wir wollen in den
nächsten Jahren unsere Mitgliederzahl auf rund 80 000
verdoppeln", sagte Vorstandssprecher Nils Geißler.
Zum Auftakt der Veranstaltung hatte Münchens
Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) der Organisation für
deren "beharrlichen und konsequenten Einsatz" gedankt.
"Anders als die Medien berichtet amnesty international nicht
nur über Menschenrechtsverletzungen, wenn das Thema
gerade von öffentlichen Interesse ist", sagte Ude vor rund
250 Menschen auf dem Münchener Stachus.
Vorausmeldung von dpa, 10. Juni 3:15 Uhr
München (dpa/lby) - Mehr als 700 Mitglieder der
Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" treffen
sich über Pfingsten in München zu ihrer Jahresversammlung.
Zum Auftakt kommen die Teilnehmer heute (Samstag) auf
dem Münchner Stachus zu einer Kundgebung zusammen, bei
der Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und
die Generalsekretärin der Organisation, Barbara Lochbihler,
sprechen werden. Danach treffen sich in nicht öffentlicher
Sitzung die Vertreter, um über die Menschenrechtssituation
inverschiedenen Ländern zu diskutieren.
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