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Siehe auch die Pressemitteilungen der deutschen Sektion!

 

Innenminister Günther Beckstein setzt sich über Gerichtsentscheidung hinweg

Der bayerische Innenminister Günther Beckstein ist offenbar der Ansicht, daß Entscheidungen des Bayerischen Verwaltungsgerichts für ihn nicht gelten. Das Gericht hat im Januar 1999 festgestellt, daß die bayerische Polizei Grundrechte verletzt hat, indem sie eine Demonstration von amnesty international behinderte. "Die polizeilichen Maßnahmen waren objektiv rechtswidrig ... Das Gericht sieht in den angegriffenen Maßnahmen letztlich eine besonders geschickte Form staatlicher Zensur", heißt es in der Urteilsbegründung. In dieser Woche hat Beckstein im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung deutlich gemacht, daß er dieses Urteil ignoriert.

In der Süddeutschen Zeitung (10. 07. 01, S. 43) werden Becksteins Aussagen wie folgt zusammengefaßt: Und Beckstein steht auch heute noch dazu, dass die bayerische Staatsregierung 1995 beim Besuch von Parteichef Jiang Zemin in München "Krawalle", wie er es nennt, durch Zwischenschaltung der lautstarken Kapelle der bayerischen Bereitschaftspolizei unterbunden hat. Obwohl das bayerische Verwaltungsgericht dies 1999 als rechtswidrig verurteilte - "wir würden es wieder so machen, denn ich will nicht, dass ein Gast beleidigt wird", so Beckstein.

Hintergrund: Im Juli 1995 war der chinesische Staatspräsident Jiang Zemin in München zu Gast. Amnesty international hat am 15. Juli 1995 eine - angemeldete - Mahnwache auf dem Marstallplatz hinter der Oper veranstaltet. Doch kurz bevor der Staatsgast an der Mahnwache vorbeifuhr, postierte die bayerische Polizei einen Bus und eine Blaskapelle direkt vor den rund 50 Demonstranten. Amnesty international hat gegen dieses Verhalten vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht geklagt. Die Richter haben festgestellt, daß die Staatsregierung die Grundrechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit verletzt hat. Wörtlich heißt es im Urteil vom 21. Januar 1999 (Aktenzeichen M 17 K 96.3548): "Das Gericht sieht daher im polizeilichen Vorgehen insgesamt eine nachhaltige Betroffenheit der Grundrechtspositionen der Kläger als gegeben an."

Malte Heynen, Pressesprecher ai München: "Die bayerische Staatsregierung fügt dem Rechtsstaat schweren Schaden zu. Zuerst dadurch, daß sie Grundrechte massiv verletzt. Und jetzt nochmal dadurch, daß der Innenminister ankündigt, diese Verletzung des Grundrechte jederzeit wiederholen zu wollen. Beckstein meint offenbar, daß er über den Gerichten steht."

 

Informationsabende von amnesty international

Einmal im Monat veranstaltet amnesty international in München Informationsabende für alle, die mehr über die ai-Arbeit erfahren oder bei ai mitarbeiten möchten. Die nächsten Termine:

  • Mittwoch, 16. Mai 2001
  • Mittwoch, 20. Juni 2001
  • Mittwoch, 11 Juli 2001

Jeweils um 19:30 Uhr, in der Evangelischen Studentengemeinde (ESG), Friedrichstraße 25, München-Schwabing (U-Bahn Giselastraße).

Hintergrundinformation zu amnesty international: ai setzt sich seit 40 Jahren weltweit für Menschen ein, die in ihren grundlegenden Rechten unterdrückt werden. Grundlage der ai-Arbeit ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die vor knapp 50 Jahren von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Insbesondere möchte ai erreichen, daß gewaltlose politische Gefangene freigelassen werden, das sind Gefangene, die nur aus politischen Gründen in Haft sind und die Gewalt weder angewendet noch sie überhaupt befürwortet haben. ai kämpft gegen Folter, Todesstrafe und "Verschwindenlassen". ai möchte zudem erreichen, daß alle politischen Gefangenen ein faires Gerichtsverfahren erhalten.

In mehr als 150 Staaten hat ai Mitglieder und Unterstützer, insgesamt sind es über eine Millionen. Rund 40 Gruppen gibt es im ai-Bezirk München. Unter diesen Gruppen sind auch einige mit speziellen Aufgaben, beispielsweise der Arbeitskreis Kirchen, der urgent-action-Arbeitskreis, der Arbeitskreis Aktionen, der Asyl-Arbeitkreis und verschiedene Koordinationsgruppen, die auf bestimmte Länder spezialisiert sind. Sämtliche Arbeit bei ai München wird ehrenamtlich geleistet, so auch der Bürodienst oder die Lobbyarbeit bei Politikern.

 

OB Christian Ude: Herzlichen Glückwunsch, ai!
40 Jahre amnesty international - Münchner Gruppen feiern auf dem Stachus.

Am Montag, den 28. Mai wird amnesty international 40 Jahre alt. Gruppen auf der ganzen Welt werden das Jubiläum feiern, auch die rund 40 Gruppen von ai München, und zwar von 17:00 bis 21:00 Uhr auf dem Stachus. Oberbürgermeister Christian Ude wird mit einer Rede gratulieren. Das Programm:

17:00 Uhr Anna Moritz, amnesty international.
17:15 Uhr Münchner Rockband "mr groove bone".
18:00 Uhr brasilian. Tanzstück: "Abstraktion - Er und Sie". (Catharina Gadelha; Eduardo Castro Neves).
18:45 Uhr Rockband "mr groove bone".
19:00 Uhr Glückwünsche von OB Christian Ude.
19:30 DJ Romano.

Die Geschichte amnesty internationals beginnt in einem Café in Lissabon: Zwei Studenten stoßen dort auf die Freiheit an - und werden deswegen verhaftet. Von dieser Verhaftung liest der britische Rechtsanwalt Peter Benenson. Das ist für ihn der Anstoß, den Artikel "The forgotten prisoners" ("Die vergessenen Gefangenen") zu schreiben. Am 28. Mai 1961 erscheint der Text in der britischen Zeitung "The Observer", wird kurz danach von 30 Zeitungen weltweit nachgedruckt, unter anderem von der "Welt". Benenson schreibt: "Auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs sind tausende Menschen in Haft, weil sie eine andere politische Meinung vertreten als ihre jeweilige Regierung."

Die Resonanz auf den Artikel ist überwältigend. Von überall auf der Welt melden sich Unterstützer bei Benenson. Schon im Juli 1961 wird bei einem internationalen Treffen beschlossen, die Organisation "amnesty international" zu gründen. Im gleichen Monat findet die Gründungsversammlung von ai Deutschland statt. Zu den ersten Vorstandsmitgliedern gehören Carola Stern und Gerd Ruge. Heute hat amnesty international mehr als eine Millionen Unterstützer in über 150 Ländern.

 

Schritte in eine Welt ohne Folter:
ai sammelt Unterschriften auf Füßen

Am Samstag, den 23. Juni 2001 (10:30 bis 16:00 Uhr) wird amnesty international Hunderte von Pappfüßen an einer Leine auf dem Stachus aufhängen. Jeder Fuß trägt eine Unterschrift gegen die Folter. Die Füße sollen Schritte in eine Welt ohne Folter symbolisieren. Die Aktion ist der Abschluß der Anti-Folter-Kampagne, die ai vor einem Jahr gestartet hat. Auch am Samstag können Passanten noch auf den Füßen unterschreiben und sich außerdem an Eilaktionen gegen Folter beteiligen.

Folter ist heute praktisch in allen Staaten verboten - durch nationale Gesetze und internationale Übereinkommen. Gegen Verantwortliche wie den chilenischen Ex-Diktator Augusto Pinochet ermittelt nicht nur die eigene Justiz, sondern auch die anderer Staaten. Das weltweite Verbot der Folter ist auch ein Erfolg vergangener ai-Kampagnen. Diesmal ist das Kampagnenziel, die Bestrafung von Folterern nicht nur de jure, sondern auch de facto durchzusetzen. Bisher verlaufen die Ermittlungen oft im Sand.

Folter ist immer noch weltweit verbreitet, nicht nur in Diktaturen, auch in Demokratien wie Brasilien, Indien oder Ägypten. Berichte über Folter und Mißhandlungen liegen ai aus über 150 Staaten vor. Früher war Folter ein Mittel der politischen Unterdrückung, die Opfer waren meist Oppositionelle. Heute werden in vielen Ländern vor allem Angehörige von Minderheiten gefoltert.

Für die Kampagne nutzt ai auch das Internet. Unter der Adresse www.stoptorture.org haben sich rund 20.000 Menschen an der Kampagne beteiligt und Appelle verschickt. Über 1.000 Menschen haben sich bisher auf der deutschen Anti-Folter-Webseite www.amnesty.de/stopfolter eingetragen, um an Eilaktionen gegen die Folter teilzunehmen.

 

Volksrepublik China - rekordverdächtig bei Menschenrechtsverletzungen

Am 13. Juli entscheidet das IOC, ob Olympia 2008 in Peking stattfindet. Münchner Mitglieder von amnesty international (ai) fordern mit über 1000 Unterschriften die chinesische Regierung auf, nicht mehr gegen Menschenrechte zu verstoßen und gewaltlose politische Gefangene wie den tibetischen Mönch Ngawang Oeser freizulassen.

"Die Veranstaltungen der Olympiade stehen unter dem Motto Friede und Menschenwürde. In China muss ai dagegen immer wieder schwerste Einschränkungen der Freiheitsrechte feststellen. Dies muss sich dringend ändern", fordert Dr. Fritz Thurner, Mitglied der amnesty-Gruppe 1321, einer von über 20 in München. Dissidenten, Gewerkschafter, Christen, Moslems und Anhänger von Falun Gong sowie Uighuren werden verfolgt, gefoltert, eingesperrt oder in Straflager geschickt. Ähnlich verfährt Pekings Regierung mit Tibetern. Einen traurigen Rekord stellt China bei der Todesstrafe auf: Seit Anfang April hat ai mehr als 1781 Hinrichtungen gezählt. In diesen drei Monaten wurden in China mehr Menschen hingerichtet als in der ganzen übrigen Welt während der letzten drei Jahre.

Ein Beispiel: der tibetische Mönch Ngawang Oeser wurde Ende 1989 zu insgesamt 17 Jahren Haft verurteilt. Weil er die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vervielfältigt und sich für die Unabhängigkeit seiner Heimat Tibet eingesetzt hat. Offenbar gelten diese Handlungen, die die Richter als "konterrevolutionäre Propaganda" bezeichneten, bereits als Verbrechen. Amnesty international hingegen stuft Ngawang Oeser als gewaltlosen politischen Gefangenen ein. Das heißt: der Mönch hat Gewalt nie befürwortet, geschweige denn angewendet. Die Münchner ai-Gruppe 1321 setzt sich seit fast zehn Jahren mit Briefen, Informationsständen und Demonstrationen vor dem chinesischen Konsulat dafür ein, daß Ngawang Oeser freigelassen wird.

 

Rote Rosen auf dem Rotkreuzplatz:
ai-Aktion gegen Mißhandlung von Frauen

Frauen werden besonders häufig Opfer von Folter und Mißhandlungen - sogar im privaten Umfeld. Darauf weist amnesty international München am 8. März 2001 hin, dem Internernationalen Frauentag. Eine der 20 Münchner ai-Gruppen verteilt als Zeichen der Hoffnung Rosen auf dem Rotkreuzplatz (Donnerstag, 8. März 2001; 17:00 bis 20:00 Uhr). Die Blumen wurden ohne Pestizide angebaut, das heißt ohne Gesundheitsgefahren für die Blumenarbeiterinnen.

Nach Angaben einer Weltbankstudie haben 20 Prozent aller Frauen weltweit körperliche und sexuelle Gewalt erlitten. Das Machtgefälle zwischen Männern und Frauen in vielen Ländern führt dazu, daß Frauen sogar im eigenen Haus Opfer von Gewalt werden. Ein Beispiel: Kahambu Ngoy (Name geändert) aus der Demokratischen Republik Kongo wurde mit einem Marineoffizier verheiratet, der sie regelmäßig mit Schlägen und Fußtritten quälte. Ihr Mann vergewaltigte sie mehrfach und drohte, sie zu erschießen.

Amnesty international kämpft gegen Folter und Mißhandlungen. Die wichtigste Maßnahme gegen diese Menschenrechtsverletzungen: Der Staat muß die Täter - egal ob Sicherheitskräfte oder Privatpersonen - zur Rechenschaft ziehen. Wenn Menschenrechtsverletzer wissen, daß sie nicht ungestraft davonkommen, nehmen Mißhandlungen rapide ab. Doch viele Regierungen dulden Mißhandlungen und Folter oder wenden sie sogar bewußt als Mittel politischer Repression an. Besonders grausam in 80 Ländern der Erde: Dort sind Menschen an den Folgen von Folter gestorben.

Amnesty international hat eine weltweite Kampagne gegen Folter gestartet. Die Kampagne wird auch von der Schauspielerin Meret Becker, dem Fernsehjournalisten Roger Willemsen und dem Schriftsteller Johannes Mario Simmel unterstützt. ai München beteiligt sich mit mehreren Aktionen an der Kampagne.

 

Palmenstrand im U-Bahnhof Sendlinger Tor:
amnesty wirbt für "folterfreie Urlaubszone"

Einen Urlaubsstrand werden Mitglieder von amnesty international in der U-Bahn-Station Sendlinger Tor aufbauen. Mit der Aktion will ai München darauf aufmerksam machen, dass Folter in manchen Urlaubsländern zur Realität gehört. (Samstag, 10. März 01. Von 9:30 bis 14:00 Uhr).

Vor einem Bild mit Sonne, Meer, Palmen und Vögeln und neben einer aufblasbaren Palme können Passanten sich in einem Liegesessel niederlassen. Die Szenerie wird umrahmt von einem schwarzgelben Absperrband mit der Aufschrift "folterfreie Zone". Damit wollen die Mitglieder der ai-Gruppe 1575 (eine von 20 Münchner ai-Gruppen) dafür werben, Urlaub in Ländern zu machen, deren Regierungen die Menschenrechte achten.

In mindestens 150 Ländern der Erde werden Gefangene gefoltert. In 80 dieser Länder sind Menschen an den Folgen der Folter gestorben. Auch in manchen beliebten Urlaubsländern ist Folter an der Tagesordnung. Die Passanten im U-Bahnhof Sendlinger Tor können an Textauszügen aus dem ai-Jahresbericht nachlesen, wie stark im jeweiligen Land Folter verbreitet ist. Sogar in manchen Demokratien wie Ägypten, der Türkei oder Brasilien werden immer wieder Gefangene gefoltert.

Das Beispiel Türkei zeigt aber auch, dass wirtschaftlicher Druck eine Verbesserung der Menschenrechtslage bewirken kann: Die türkische Regierung strebt die Aufnahme in die EU an, sie weiss jedoch, das diese Aufnahme nur möglich sein wird, wenn die Menschenrechte in der Türkei respektiert werden. So hat die Türkei inzwischen unter anderem den rechtsverbindlichen UN-Pakt über bürgerliche und politische Rechte unterzeichnet.

 

Pressekonferenz zum UNO-Tag der Folteropfer am 26. Juni 2001
Traumatisierte Flüchtlinge treffen in Deutschland auf bürokratische Hürden statt auf Hilfe

Termin PK: Dienstag, 26. Juni 2001, 11.00 Uhr
Ort PK: Seidl-Villa, Am Nikolaiplatz 1b, 80802 München
RednerInnen: Barbara Lochbihler, Generalsekretärin ai Deutschland
Elise Bittenbinder, BAFF (Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer)
Wolde Yohannes Hundie Huriso, Folterüberlebender aus Äthiopien
Wolfgang Grenz, Flüchtlingsexperte von amnesty international

Sehr geehrte Damen und Herren,

anlässlich des UNO-Tages der Folteropfer am 26. Juni laden wir Sie zur Pressekonferenz ein, um über Mißstände beim Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen in Deutschland zu informieren. Im Jahresbericht 2001 dokumentiert amnesty international, dass Folter in 125 Ländern noch immer zum Alltag gehört. In mindestens 80 Ländern sind seit 1997 Menschen an den Folgen von Folter und Misshandlungen gestorben. Trotz dieser erschreckenden Zahlen treffen in Deutschland Flüchtlinge, die in ihrem Heimatland gefoltert wurden, immer noch mehr auf rechtliche Hürden als auf fachkundige Hilfe. Die rechtliche Situation von traumatisierten Flüchtlingen und die Forderungen von amnesty international wird Wolfgang Grenz, ai-Flüchtlingsexperte, erläutern. Hilfe finden Folteropfer in speziellen Therapiezentren, die sie medizinisch und psychologisch betreuen. Allerdings gibt es solche Zentren bisher nicht in jedem Bundesland. Auch die finanzielle Sicherung ist häufig nicht ausreichend. Über die Arbeit der Zentren wird Elise Bittenbinder von der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAFF) berichten. Die Generalsekretärin der deutschen Sektion von amnesty international, Barbara Lochbihler, spricht über den aktuellen Stand der laufenden Kampagne "Für eine Welt frei von Folter" und Wolde Yohannes Hundie Huriso schildert seine Erfahrungen mit Folter in Äthiopien und seinen Weg der Rehabilitation in Deutschland. Außerdem wird Anni Kammerlander von Refugio (München) anwesend sein und für Gespräche zur Verfügung stehen.

 

Das neue Zuwanderungsgesetz:
Keine Sicherheit für traumatisierte Flüchtlinge

Informationsveranstaltung von:

  • amnesty international
  • Refugio München (Behandlungszentrum für Folteropfer)
  • "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V."
  • Pro Asyl.

Dienstag, 2. Oktober 2001, 19:30 Uhr
EineWeltHaus, Schwanthalerstraße 80, 80336 München

Mit:

  • Anni Kammerlander, Geschäftsführerin Refugio (Behandlungszentrum für Folteropfer)
  • Hubert Heinhold, Rechtsanwalt, München, Pro Asyl
  • Moderation: Andrea Behm, Rechtsanwältin, München, amnesty international

Im neuen Enwurf der Bundesregierung zum Zuwanderungsgesetz sind die Bedürfnisse von traumatisierten Flüchtlingen nicht hinreichend berücksichtigt. Nicht ausreichend sind geregelt:

  • Schutz der Opfer vor nichtstaatlicher und geschlechtsspezifischer Verfolgung.
  • Schutz unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und Kinder im Sinne der UN-Kinderkonvention.
  • Beratung der Asylsuchenden vor der Anhörung, unter anderem für eine frühzeitige Erkennung von traumatisierten Folteropfern.
  • Neugestaltung der Abschiebehaft und des Flughafenverfahrens.
 

Lesung: "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht - Rechtsanspruch oder Wirklichkeit?"

Lesung und Diskussion am Tag des Flüchtlings:
Freitag, 28. September 2001, 20:00 Uhr
EineWeltHaus, Großer Saal, Schwanthalerstraße 80, 80336 München.

Programm:

Ausschnitte aus "Ein Tutsi in Deutschland", 1997, von Thomas Mazimpaka
Der Asylbewerber aus Runda beschreibt in seinem Buch seine Erfahrungen in Deutschland.

Werke von Milorad Vujovic, Montenegro
Er lebt seit rund 20 Jahren als Flüchtling in Deutschland.

Diskussion mit Vertretern von CSU, SPD,Bündnis 90 / Die Grünen und FDP zur aktuellen Gesetzentwurfsänderung im Asylrecht.

Veranstalter:

amnesty international, Bezirkskoordinationsgruppe Politische Flüchtlinge

Weitere Informationen:

http://www.amnesty-muenchen.de/asyl

 

An die Redaktion Terminkalender / Service / Terminhinweise

Informationsabende von amnesty international

Einmal im Monat veranstaltet amnesty international in München Informationsabende für alle, die mehr über die ai-Arbeit erfahren oder bei ai mitarbeiten möchten. Die nächsten Termine:

  • Mittwoch, 19. September 2001
  • Mittwoch, 17. Oktober 2001
  • Mittwoch, 14. November 2001
  • Mittwoch, 12. Dezember 2001

Jeweils um 19:30 Uhr, in der Evangelischen Studentengemeinde (ESG), Friedrichstraße 25, Mün-chen-Schwabing (U-Bahn Giselastraße).

Hintergrundinformation zu amnesty international:

ai setzt sich seit 40 Jahren weltweit für Menschen ein, die in ihren grundlegenden Rechten unterdrückt werden. Grundlage der ai-Arbeit ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die vor rund 50 Jahren von den Vereinten Nationen verabschiedet wur-de. Insbesondere möchte ai erreichen, daß gewaltlose politische Gefangene freigelassen werden, das sind Gefangene, die nur aus politischen Gründen in Haft sind und die Gewalt weder angewendet noch sie überhaupt befürwortet haben. ai kämpft gegen Folter, Todesstrafe und "Verschwindenlassen". ai möchte zudem erreichen, daß alle politischen Gefangenen ein faires Gerichtsverfahren erhalten.

In mehr als 150 Staaten hat ai Mitglieder und Unterstützer, insgesamt sind es über eine Millionen. Rund 40 Gruppen gibt es im ai-Bezirk München. Unter diesen Gruppen sind auch einige mit speziellen Aufga-ben, beispielsweise der Arbeitskreis Kirchen, der urgent-action-Arbeitskreis, der Arbeitskreis Aktionen, der Asyl-Arbeitkreis und verschiedene Koordinationsgruppen, die auf bestimmte Länder spezialisiert sind. Sämtliche Arbeit bei ai München wird ehrenamtlich geleistet, so auch der Bürodienst oder die Lob-byarbeit bei Politikern.

 

An die Redaktionen Feuilleton / Bücherkritiken / Vermischtes
mit der Bitte um Veröffentlichung einer Meldung

Nützlich und klug: Taschenkalender 2002 von amnesty international erschienen

Der Taschenkalender 2002 von amnesty international bietet nicht nur Platz zum Eintragen der persönlichen Termine, sondern auch viele Anregungen zum Nachdenken: Ein Sinnspruch für jede Woche, Hintergrundinformationen und Texte zu wichtigen politischen Jahrestagen.

"Wichtig ist, daß man nicht aufhört, Fragen zu stellen." (Albert Einstein)

Dieses Motto, aus der zweiten Aprilwoche 2002, könnte auch das Motto des Kalenders sein. Er enthält unter anderem: Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte; sechs Portraits von Menschen, für die sich ai erfolgreich eingesetzt hat; Informationen über Ziele und Aktivitäten von ai und einen Gastbeitrag zum Thema "Die Verantwortung der Wirtschaft für die Menschenrechte".

Zwölf Monate lang hat ein Team von vier Ehrenamtlichen an der Gestaltung des Kalenders gearbeitet; hat Texte zusammengestellt, Details recherchiert und Sinnsprüche gesammelt. Angelika Borgböhmer, Mitglied der Kalenderredaktion: "Wir haben uns stark an den vielen Zuschriften der Benutzer orientiert. Wir sind ziemlich stolz auf unser Werk. Er ist nicht nur ein praktischer Planer, sondern auch eine Art kleines Sachbuch für unterwegs."

Der Kalender ist erhältlich im Buchhandel (ISBN 3-86026-088-x) oder gegen Vorkasse bei: amnesty international, Kalenderversand, Leonrodstraße 19, 80634 München. Er kostet 9.80 DM (plus 2.-- DM Versandkosten). Für jeden verkauften Kalender erhält ai eine Spende von 1,30 DM.

Weitere Informationen:
Email: kalenderredaktion@amnesty-muenchen.de

 

ai-Taschenkalender 2002

 
Format 14,6 x 9,4 cm (DIN A6 schmal, wie im letzten Jahr)
Umfang 192 Seiten
Kalendarium 2 Seiten pro Woche mit Spruch der Woche,
zeitgeschichtlichen Daten,
christlichen, jüdischen, islamischen, hinduistischen und buddhistischen Feiertagen
sowie Monatsplaner von November 2001 bis April 2003
Serviceteil Adressen von Menschenrechtsgruppen
Schulferien
Internationale Vorwahlnummern
Stundenpläne
ai-Beiträge Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Informationen über ai
Menschenrechte - Verpflichtung für die Wirtschaft
Globalisierung und Menschenrechte
Ausstattung Zweifarbiger Umschlag mit umweltfreundlicher Schutzfolie
Innenteil zu 75 % aus Altpapier
Lesezeichen
Fadenheftung
Emfohlener Verkaufspreis 9,80 DM, 73 öS, 10,80 sFr für Nicht-Mitglieder,
für Mitglieder auf Anfrage
Bestelladresse amnesty international
Kalenderversand
Leonrodstr. 19
80634 München
(bitte Verrechnungsscheck +2 DM Versandkostenanteil beilegen),
oder den guten Buchhandel (ISBN 3-86026-088-x)

 

Tag der Menschenrechte: Straßentheater und Adventskranz mit Stacheldraht

An den Tag der Menschenrechte (Montag, 10. Dezember 2001) erinnert ai München mit einer Veranstaltung in der Fußgängerzone Neuhauser Straße (Richard-Strauß-Brunnen, Neuhauser Straße / Höhe Eisenmannstraße): Von 14:00 bis 16:00 Uhr werden Schüler des Gymnasiums Heimstetten Straßentheater spielen. Sie stellen pantomimisch Menschenrechtsverletzungen dar, beispielsweise Folter, Todesstrafe, Zwangsarbeit und religiöse Verfolgung.

Mit zwei Installationen wird amnesty international München die Passanten auf die Veranstaltung hinweisen: Erstens wird neben der Theatergruppe ein vier Meter großer Adventskranz stehen, der mit Stacheldraht geschmückt ist. Zweitens tragen ai-Mitglieder Hinweisschilder, die an Weihnachtsmärkte erinnern: Sie tragen Aufschriften wie "Lebkuchenbäckerei", "Glühweinstände" oder "Christbaumschmuck". Weitere Schilder weisen aber auch den Weg zu "Folter", "Todesstrafe" oder "Zwangsarbeit". Sie zeigen die Richtung zu den theaterspielenden Schülern.

 
 
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Letzte inhaltliche Änderung: 31.12.2001
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