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Siehe auch die Pressemitteilungen der deutschen Sektion!

 

Vier Meter lange Fahnen gegen Folter:
ai-Aktion zum Tag der Menschenrechte.

Am Samstag, den 9. Dezember 2000 wird amnesty international München zwei vier Meter lange Fahnen von der Spitze des Richard-Strauß-Brunnens entrollen. Die Aufschriften: "Gegen Folter" und "Keine Gewalt". Damit beteiligt sich ai München an einer weltweiten Kampagne gegen Folter, die ai vor kurzem gestartet hat. Anlaß der Aktion ist der Tag der Menschenrechte am Sonntag, den 10. Dezember (Die Aktion selbst findet bereits am Vortag statt: 09.12.00, 11:00 bis 16:00 Uhr, Richard-Strauß-Brunnen, Neuhauser Straße, vor der Michaelskirche).

Folter ist immer noch weit verbreitet: In 70 Ländern der Welt wird systematisch gefoltert. Das bedeutet, es kommt dort nicht nur zu einzelnen Vofällen, sondern die Folter wird mit Methode angewandt - oft auf Befehl oder mit Billigung von ganz oben. Die Täter werden in diesen Ländern selten bestraft. In weiteren 80 Ländern kommt es immer wieder zu einzelnen Mißhandlungen oder Folterungen.

Die Arbeit gegen die Folter hat aber auch Erfolge gezeigt. Als ai zu Beginn der siebziger Jahre die erste Kampagne gegen Folter startete, gab es noch nicht einmal völkerrechtlich verbindliche Regeln zur Verhinderung von Folter. Heute ist Folter von der Völkergemeinschaft geächtet: Die Anti-Folter-Konvention der Vereinten Nationen ist bereits von 120 Staaten ratifiziert worden. Verantwortliche wie der chilenische Ex-Diktator Augusto Pinochet müssen heute fürchten, weltweit zur Rechenschaft gezogen zu werden. In vielen Ländern hat sich die Situation in den vergangenen Jahrzehnten verbessert. Folter gegen Oppositionelle ist seltener geworden. Leider wird in den vergangenen Jahren eine neue Gruppe vermehrt Opfer von Folter: Angehörige von Minderheiten mit anderer Religion, Hautfarbe oder Nationalität.

 

Informationsabende von amnesty international

Einmal im Monat veranstaltet amnesty international in München Informationsabende für alle, die mehr über die ai-Arbeit erfahren oder gleich bei ai mitarbeiten möchten. Die nächsten Termine: Mittwoch, 13. September 2000; Mittwoch, 11. Oktober; Mittwoch, 15. November; Mittwoch, 6. Dezember. Jeweils um 19:30 Uhr in der Evangelischen Studentengemeinde (ESG), Friedrichstraße 25, Schwabing.

Hintergrundinformation zu amnesty international:

ai setzt sich seit mehr als 30 Jahren weltweit für Menschen ein, die in ihren grundlegenden Rechten unterdrückt werden. Grundlage der ai-Arbeit ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die vor 52 Jahren von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Insbesondere möchte ai erreichen, daß gewaltlose politische Gefangene freigelassen werden, das sind Gefangene, die nur aus politischen Gründen in Haft sind und die Gewalt weder angewendet noch sie überhaupt befürwortet haben. ai kämpft gegen Folter, Todesstrafe und "Verschwindenlassen". ai möchte zudem erreichen, daß alle politischen Gefangenen ein faires Gerichtsverfahren erhalten.

In mehr als 150 Staaten hat ai Mitglieder und Unterstützer, insgesamt sind es über eine Millionen. Rund 40 Gruppen gibt es im ai-Bezirk München. Unter diesen Gruppen sind auch einige mit speziellen Aufgaben, beispielsweise der Arbeitskreis Kirchen, der urgent-action-Arbeitskreis, der Arbeitskreis Aktionen, der Asyl-Arbeitkreis und verschiedene Koordinationsgruppen, die auf bestimmte Länder spezialisiert sind. Sämtliche Arbeit bei ai München wird ehrenamtlich geleistet, so auch der Bürodienst oder die Lobbyarbeit bei Politikern.

 

Sieben Meter langer Drache auf dem Rotkreuzplatz:
amnesty demonstriert für tibetischen Mönch

Ein chinesischer Drache wird am Samstag, den 19. August (10:00-15:00 Uhr) auf dem Münchner Rotkreuzplatz für die Freilassung eines tibetischen Mönches demonstrieren. In dem sieben Meter langen Drachen stecken Mitglieder einer Münchner ai-Gruppe. Die Gruppe kämpft seit neun Jahren für die Freilassung des Mönches Ngawang Oeser.

Ngawang Oeser ist in diesem Jahr seit über zehn Jahren inhaftiert. Ende 1989 wurde er zu insgesamt 17 Jahren Haft verurteilt - wegen "Gründung einer konterrevolutionären Vereinigung" und "konterrevolutionärer Propaganda". Die "Propaganda" bestand darin, daß der Mönch Kopien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte angefertigt hatte. Außerdem hatte er sich für die Unabhängigkeit Tibets von China eingesetzt. Offenbar gelten diese Handlungen in China bereits als Verbrechen. Amnesty international stuft Ngawang Oeser als gewaltlosen politischen Gefangenen ein. Das heißt: Er hat nie Gewalt angewendet oder auch nur befürwortet und ist allein aus politischen Gründen in Haft.

Die ai-Gruppe 1321, eine von über 20 in München, setzt sich seit neun Jahren dafür ein, daß Ngawang Oeser freigelassen wird. Ein ganzes Jahr lang haben die Mitglieder täglich Briefe für ihren Gefangenen geschrieben. Ein weiteres Jahr lang haben sie jeden Monat vor dem chinesischen Konsulat in der Romanstraße demonstriert. Die Gruppe wird am 19. August Info-Blätter zur Lage in Tibet und Appell-Postkarten verteilen. Außerdem werden die Gruppenmitglieder Unterschriften für die Freilassung ihres Gefangenen sammeln. Auf einem Plakat werden sie "Freiheit für Ngawang Oeser" fordern.

 

Tracy Chapman on Tour mit amnesty:
ai-Stand auf dem Münchner Konzert

"Ein Königreich für die Menschenrechte" - so lautet das Motto des ai-Standes auf dem Tracy Chapman Konzert in der Philharmonie am 24.Mai, Einlaß ab 19.45 Uhr. Amnesty international (ai) möchte mit einer weltweiten Briefaktion das Königreich Saudi Arabien für die Menschenrechte gewinnen.

"Ich war überrascht, nach dem 70. Schlag noch am Leben zu sein. Die Peitschenschnur war eineinhalb Meter lang mit einem schweren Stück Blei am Ende. Mein Rücken blutete, ich weinte", berichtet Donato Lama amnesty international im Mai 1997. Diese Prügelstrafe und eineinhalb Jahre Gefängnis hatte ein saudisches Gericht verhängt. Begründung: Donato, ein von den Philippinen stammender Katholik, habe für das Christentum missioniert.

Auf dieses und ähnliche Schicksale möchten amnesty-Mitglieder mit ihrem Stand auf dem Tracy Chapman Konzert aufmerksam machen. Alle Münchner Konzertbesucher können vorformulierte Briefe direkt an die saudi-arabische Regierung schicken. Amnesty-Mitglieder haben diese weltweite Briefaktion im Mai von mehreren Ländern aus gestartet. Ai möchte die Regierung dazu bewegen, Menschenrechtsverletzungen wie Prügelstrafen, Auspeitschungen und Amputationen zu unterbinden.

Diese Körperstrafen sind in Saudi Arabien gängig, obwohl das Königreich 1997 das übereinkommen gegen grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert hat. Die in dem übereinkommen enthaltene Verpflichtung, diese Bestimmungen in das eigene Strafrecht umzusetzen, hat Saudi Arabien bis heute nicht erfüllt.

 

Faxaktion auf dem Stachus:
ai hilft Gefangenen in Myanmar

Seine Augen ruhen auf jedem, der vorbei kommt. Than Nyeins Foto ist mitten auf dem Stachus ausgestellt. Jeder Passant kann für den gewaltlosen politischen Gefangenen ein Fax verschicken. Auf sein Schicksal und das tausender Männer und Frauen aus Myanmar möchte amnesty international (ai) am Samstag, den 27. Mai aufmerksam machen (11.30 bis 16.30 Uhr, Stachus).

Es passiert vor genau zehn Jahren. Am 27. Mai 1990 werden in Myanmar freie Wahlen durchgeführt. Mit Erlaubnis der seit 28 Jahren herrschenden Militärregierung. Das Ergebnis schlägt ein wie eine Bombe: die National League for Democracy (NLD) gewinnt über 80 Prozent der Parlamentssitze, ein erd-rutschartiger Sieg über die National Unity Party, den politischen Arm der Militärregierung. Diese reagiert rasch - Mitglieder der NLD werden verhaftet, die errungenen Parlamentssitze werden der Partei aberkannt.

Than Nyein ist einer von circa 1500 politischen Gefangenen, die in Arbeitslagern oder Gefängnissen in inhaftiert sind. Nyein, Mitglied der NLD, wurde verhaftet und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil er an einem Treffen seiner Partei teilnahm. Der 63-jährige Arzt hat nie zu Gewalt aufgerufen und hat diese nie befürwortete. Amnesty-Mitglieder möchten mit Nyeins Foto und einer 15 qm großen Landkarte von Myanmar, die sie mitten auf dem Stachus ausbreiten, auf sein Schicksal aufmerksam machen. Passanten haben die Möglichkeit, vorformulierte Faxe direkt an die Botschaft von Myanmar in Berlin und in London zu schicken. Zeitgleich unterstützen amnesty-Mitglieder aus England (Croydon), Norwegen (Aalesund), Schweden (Malmö) und Holland (Rotterdam) die Aktion. Auch dort schicken Passanten Faxe an die Botschaft im eigenen Land und in London. Amnesty hofft so auf die Menschenrechtssituation in Myanmar aufmerksam zu machen und die Verantwortlichen zum Umdenken zu bewegen.

Unter der seit 1962 herrschende Militärregierung Myanmars werden Gefangene gefoltert, viele sterben in Einzelhaft aufgrund mangelhafter hygienischer Bedingungen. Strafgefangene und Teile der Bevölkerung müssen Zwangsarbeit verrichten.

 

Schatten auf dem Rotkreuzplatz:
ai hilft verschwundenem Algerier

Sein Schattenumriß ist auf den Rotkreuzplatz gezeichnet, fünf Meter groß: Für den verschwundenen Algerier Abdelkader Bouchama kann jeder Passant ein Fax verschicken. Auf das Schicksal Bouchamas und tausender algerischer Männer und Frauen möchte amnesty international (ai) am Samstag, den 13. Mai aufmerksam machen (11 bis 14 Uhr, Rotkreuzplatz).

Aufenthaltsort unbekannt. Seit sechs Jahren ist der algerische Lehrer und Familienvater Abdelkader Bouchama wie vom Erdboden verschluckt. Staatliche Sicherheitskräfte verhafteten den 33-jährigen vor den Augen seiner Familie. Sie weiß nicht, ob Bouchama noch lebt oder bereits tot ist. Die algerischen Behörden geben keine Auskunft.

Amnesty-Mitglieder werden mit Kreide den Umriß eines menschlichen Körpers auf den Rotkreuzplatz malen - auf fünf Meter vergrößert. Damit wollen sie auf das Schicksal Bouchamas aufmerksam machen. Münchens jüngste ai-Gruppe organisiert die Aktion: Die Mitglieder sind im Durchschnitt 25 Jahre alt. Sie werden auf dem Rotkreuzplatz ein Faxgerät aufstellen. Passanten können fertig formulierte Faxe auf Englisch, Arabisch und Französisch direkt an die algerische Regierung schicken, um diese zum Handeln zu bewegen. Je mehr Faxe abgeschickt werden, desto länger wird eine riesige Papierbahn quer über den Platz gerollt. Sie soll die Menge der abgeschickten Faxe symbolisieren, und die mit jedem Fax wachsende Hoffnung, den Verschwundenen zu helfen. Ausstellungstafeln informieren über die Menschenrechtssituation in Algerien.

3000 Menschen sind in den letzten sieben Jahren in Algerien spurlos verschwunden. Amnesty international nimmt an, daß viele von ihnen noch am Leben sind. In mehreren Fällen sind Verschwundene wieder aufgetaucht - sie waren an geheimen Orten inhaftiert. Der spektakulärste Fall: Eine Gruppe von 600 Verschwundenen kam nach 18 Jahren in geheimer Gefangenschaft frei. Hintergrund der schweren Menschenrechtsverletzungen in Algerien ist der Konflikt zwischen staatlichen Sicherheitskräften und bewaffneten islamischen Gruppen. Diese Gruppen sind entstanden, nachdem die Islamische Heilsfront (FIS) im Jahr 1992 verboten wurde.

 
 
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Letzte inhaltliche Änderung: 31.12.2000
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