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Vor sieben Jahren beendeten Panzer die Demokratiebewegung in China
2.000 handgeschriebene Namen und ein Fahrradkorso:
ai erinnert an Massaker auf dem "Platz des Himmlischen Friedens"
Am Dienstag jährt sich zum siebten Mal das Massaker auf dem Pekinger "Platz
des Himmlischen Friedens". Mit zwei Aktionen erinnert amnesty international
in München an das traurige Jubiläum: zwei Mitarbeiterinnen von ai werden
2.000 Namen von politisch Verfolgten auf eine Plakatwand schreiben;
gleichzeitig werden rund 200 ai-Mitglieder mit Fahrrädern durch die Stadt
ziehen.
Rund acht Stunden wird es dauern, die knapp 2000 Namen verfolgter Chinesen
auf eine Plakatwand in der U-Bahn-Station Marienplatz zu übertragen. (Foto-
und Filmtermin Dienstag, 4. Juni, zwischen 14:00 und 16:00 Uhr, am übergang
zwischen U- und S- Bahn Marienplatz). Die Liste mit den rund 2000 Namen
politisch Verfolgter hat ai zum ersten Mal weltweit veröffentlicht. Es ist
der Versuch, wenigstens einen Bruchteil der Opfer von
Menschenrechtsverletzungen aus der Anonymität herauszubringen. In China gibt
es Tausende von politischen Gefangenen. Mehrere hundert von ihnen sind sogar
"gewaltlose politische Gefangene", das heißt, sie sind inhaftiert, obwohl
sie niemals Gewalt angewendet oder auch nur dazu aufgerufen haben.
Der ai-Fahrradkorso (Start am Dienstag, 4. Juni, um 17:00 Uhr auf dem
Odeonsplatz) wird von einer asiatischen Fahrradrikscha angeführt. Die 200
Teilnehmer tragen weiße Stirntücher, so wie damals viele der
demonstrierenden Studenten in Peking. Die weißen Bänder sind in China ein
Zeichen der Trauer. Einige der Radfahrer werden Plakate mit den Namen
politischer Gefangener tragen. Nach dem Massaker auf dem "Platz des
Himmlischen Friedens" am 4. Juni 1989 gingen Bilder um die Welt, auf denen
von Panzern überrollte Fahrräder zu sehen waren. (Für Fotos und
Filmaufnahmen: die Route führt über Ludwigstr., V.-d.-Tann-Str.,
F.-J.-Strauß-Ring, Isartor, Blumenstr., Sendlinger Tor, Stachus, Sendlinger
Tor, Oberanger, Viktualienmarkt, Sparkassenstr., Maximilianstr.,
F.-J.-Strauß-Ring, Ludwigstr., Schellingstr., Türkenstr., Amalienstr.,
Theresienstr., Odeonspl., Ende ca. 18:30 Uhr).
In allen größeren deutschen Städten wird amnesty international am Dienstag
die 2.000 Namen öffentlich machen: In Berlin beispielsweise schreiben
ai-Mitglieder die Namen mit Kreide auf die Straße, vom Brandenburger Tor bis
zum Alexanderplatz. In Düsseldorf werden Hunderte von Blumen mit den
Namensschildern an Passanten verteilt, auf dem Neckar werden Kähne Bilder
der Gefangenen tragen.
Zu den 2.000 Chinesen auf der Liste gehört zum Beispiel Chen Lantao. Der
31jährige Meeresbiologe hielt während der Demokratiebewegung 1989 Reden in
den Straßen von Qingdao und kündigte dabei seinen Austritt aus der
Kommunistischen Partei an. Wegen "konterrevolutionärer Agitation" wurde Chen
Lantao daraufhin zu 18 Jahren Haft verurteilt. Er sitzt immer noch im
Gefängnis.
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