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Amnesty International

22. Januar 2008

Das 'letzte Mittel' - Kann es richtig sein, Folter anzuwenden?

Im Januar 2008 findet über mehrere Wochen in Freising ein Aktionsschwerpunkt zum Thema 'Folter' statt. Um die zentrale Abendveranstaltung am 22. Januar herum werden die Ausstellung zum Thema Folter "Die Menschenwürde ist (un)antastbar" von amnesty international Ulm in der VHS Freising (10.1.-29.2.) gezeigt, es läuft eine Filmreihe zum Thema in den Freisinger Kinos (voraussichtlich im Zeitraum vom 11.-21.1, Einzeltermine werden noch festgelegt), und die Stadtbibliotek Freising beteiligt sich mit einer Buchpräsentation.

Als Zentrale Veranstaltung findet am 22. Januar 2008, 19:30 Uhr im großen Rathaussaal der Stadt Freising eine Podiumsdiskussion statt

Moderation:
  • Petra Diroll, Radiomoderatorin, Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz
Podium:
  • RA Bernhard Docke, Bremen (Anwalt von Murat Kurnaz)
  • RA Dr. Julia Duchrow, Berlin (Spezialistin f. Asylrecht u.Terrorismusabwehr)
  • Anni Kammerlander, Therapeutin, Refugio Behandlungszentrum für Folteropfere. V., München
  • Dieter Thalhammer, Oberbürgermeister der Stadt Freising
  • Dr. Jan Monzer, amnesty international Gruppe Freising

Die Folter hat eine tausendjährige Tradition, sie wurde seit der Antike als selbstverständliches Mittel im Strafverfahren eingesetzt. Ein entscheidender Anstoß zur Abschaffung der Folter in Deutschland ist in der Schrift des Rechtsgelehrten Christian Thomasius 1705 zu sehen ("Über die Folter, die aus den Gerichten der Christen verbannt werden muss"). Doch der Wandel im Rechtsdenken brauchte Zeit - erst 1851 war die Folter in allen europäischen Staaten als Mittel zur Erlangung eines gerichtsverwertbaren Geständnisses abgeschafft. Die Kodifizierung des Folterverbots in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen schließlich ist eine Errungenschaft erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Doch immer wieder findet die Folter Befürworter. Szenarien werden entworfen, die den Einsatz der Folter als letztes Mittel zur Erlangung von Geständnissen - beispielsweise zur Rettung von Menschenleben oder zur Abwehr terroristischer Gewalttaten - legitimieren sollen. Die Veranstaltung soll uns helfen zu verstehen, warum Folter niemals ein rechtmäßiges Mittel zur Erlangung von Informationen sein kann. Ziel der Veranstaltung ist, Mechanismen der Folter zu analysieren, sowie die zerstörende Wirkung der Folter auf Opfer wie auf Täter zu beleuchten.

Die Anwendung von Folter setzt zwingend voraus, dem Folteropfer seine Würde abzusprechen, im Kern sein Menschsein zu negieren, und seine physische und psychische Vernichtung billigend in Kauf zu nehmen. Damit wird deutlich, warum Folter niemals ein Mittel der Justiz in einem Rechtsstaat sein kann.

Begleitaktionen:

  • Ausstellung vom 10. Januar bis 29. Februar 2008 in der Volkshochschule Freising, Kammergasse 12, Freising "Die Menschenwürde ist (un)antastbar", Ausstellung zum Thema Folter, ai Ulm
  • Vom 11.-21. Januar 2008 werden Kinofilme zum Thema gezeigt. Die Einzeltermine werden noch festgelegt.
  • Buchpräsentation zum Thema Folter, Stadtbibliothek Freising

Als Kooperationspartner sind am Aktionsschwerpunkt beteiligt: ai-Gruppe Freising, Volkshochschule Freising, Stadtbibliothek Freising, Ev. Kreisbildungswerk Kath. Kreisbildungswerk, Kino Freising

Koordination: Sabine Kloth, ai-Gruppe Freising

Seite zuletzt geändert 2008