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Bezirk München und Oberbayern

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Amnesty international

8. April 2011

50 Tage - 50 Fakten

Countdown zum 50-jährigen Jubiläum von Amnesty International

1. Es begann mit einem Brief

1960 verurteilt das portugiesische Militärregime zwei Studenten zu sieben Jahren Haft. Ihr Vergehen: Sie haben in einem Lissaboner Café auf die Freiheit angestoßen. Der britische Anwalt und Politiker Peter Beneson erfährt aus der Zeitung von dem Schicksal der Studenten und beschließt, etwas gegen dieses Unrecht zu unternehmen. Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er im „Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“ und macht damit auf all die Menschen aufmerksam, die aufgrund ihrer politischen Meinung inhaftiert, gefoltert und ermordet werden. Sein „Appell für Amnestie" markiert den Beginn von Amnesty International.

2. Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt

Diese Einstellung vertreten weltweit drei Millionen Amnesty-Mitglieder, -Unterstützer und -Aktivisten in mehr als 150 Ländern. Damit ist Amnesty International heute die weltweit größte unabhängige Menschenrechtsorganisation. Inzwischen gibt es Amnesty-Sektionen bereits in mehr als 80 Ländern.

3. Amnesty Gründer Peter Benenson kämpfte bereits in jungen Jahren für die Menschenrechte

Der britische Anwalt und Politiker engagierte sich für die Adoption von Waisenkindern aus dem spanischen Bürgerkrieg und für die Rettung von jüdischen Flüchtlingen, die vor Hitlers Naziregime nach England flüchteten. Benenson glaubte daran, dass gewöhnliche Leute außergewöhnliche Veränderungen bewirken können. Mit der Gründung von Amnesty International realisierte er seine Vision und setzte ein mutiges Zeichen gegen weltweite Ungerechtigkeit.

4. Ein breites Spektrum – die Themen von Amnesty

Seit seinem Bestehen setzt sich Amnesty für die Freilassung von gewaltlosen politischen Gefangenen ein. Ab 1977 engagiert sich Amnesty verstärkt gegen Folter, Todesstrafe, politischen Mord und das Verschwindenlassen von Menschen. Später rücken die Rechte von Flüchtlingen in den Fokus – ihr Schutz wird 1985 im Mandat von Amnesty verankert. Weitere Schwerpunkte liegen auf dem Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen, dem Schutz der Menschenrechte in bewaffneten Konflikten und dem Einsatz für wirksame Kontrollen des Waffenhandels sowie Initiativen gegen Rassismus und Diskriminierung. Seit 2003 setzt sich Amnesty auch für die Achtung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte ein.

5. Die Menschenrechtscharta

Auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wendet sich Amnesty gegen schwer wiegende Menschenrechtsverletzungen. Vor mehr als 60 Jahren verabschiedeten die UN-Mitgliedsstaaten die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Sie umfasst 30 Artikel, in denen die Rechte eines jeden Menschen festgelegt sind: Auf Gleichheit, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit!

6. Menschenrechtsverletzung – auch in Deinem Land?

1962 wird der erste Amnesty Bericht veröffentlicht, in dem 210 Fälle von gewaltlosen politischen Gefangenen vorgestellt werden. Seitdem gibt Amnesty jedes Jahr einen Jahresbericht über die weltweite Lage der Menschenrechte heraus. Der Amnesty-Jahresreport 2010 dokumentiert Menschenrechtsverletzungen in 159 Ländern – darunter auch Deutschland.

7. Urgent Actions – die schnellste Art der Intervention

Die sogenannten „Urgent Actions“ sind Eilaktionen für Menschen in Gefahr. Mittlerweile zählt das Netzwerk rund 80.000 Freiwillige aus 85 Ländern. Via Briefe, Faxe und E-Mails appellieren die Aktivisten an die zuständigen Behörden, menschenrechtliche Missstände zu beseitigen. Dieser öffentliche Druck zeigt Wirkung: Etwa ein Drittel der Urgent Actions zeigt positive Wirkungen – wie bisherige Freilassungen, Hafterleichterungen und die Aufhebung von Todesurteilen belegen.

8. Amnestys erste Eilaktion für einen Menschen in Gefahr

Als Luiz Rossi aus São Paulo im Jahr 1973 festgenommen wird, regiert die Militärjunta in Brasilien. Rossis „Verbrechen“: Er ist Mitglied der Kommunistischen Partei. Er wird in Haft geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert. Es ist die erste Urgent Action von Amnesty International: In Briefen an den brasilianischen Präsidenten Medici fordern Amnesty-Aktivisten weltweit Rossis Freilassung, die noch im selben Jahr erfolgt.

9. Bedeutung der von Stacheldraht umhüllten Kerze

Auf die Entstehung von Amnesty angesprochen, erklärte der Gründer Peter Benenson: „Früher lagen die Konzentrationslager und Höllenlöcher der Welt im Dunkeln. Nun sind sie von der Amnesty-Kerze erleuchtet.“ Zum ersten Mal zündete Benenson diese Kerze am 10. Dezember 1961 in der Londoner Kirche St. Martin in the Fields an. An besagtem Jahrestag der Menschenrechte hatte er ein altes chinesisches Sprichwort im Kopf: „Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“

10. Die Gründung der deutschen Amnesty-Sektion

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wird am 28.Mai 1961 gegründet. Zwei Monate später nimmt die deutsche Sektion ihre Arbeit auf. Zu ihren Gründern zählen die Autorin Carola Stern und der Journalist Gerd Ruge. Am Ende des Gründungsjahrzehnts ist Deutschland als weltweit größte Amnesty-Sektion bekannt. In der vom Anti-Kommunismus geprägten Zeit bewältigt Amnesty den Drahtseilakt, sich sowohl für Gefangene in der DDR als auch für inhaftierte Kommunisten in der Bundesrepublik zu engagieren.

11. Neuanfang für einen politischen Gefangenen

„Amnesty International habe ich im Grunde mein neues Leben zu verdanken“, betont der ehemalige Stasi-Häftling Wolfgang Welsch rückblickend. Als der politische Gefangene 1970 der britischen Sektion von Amnesty International seinen Hilferuf aus dem Zuchthaus Bautzen zukommen ließ, rechnete er mit dem baldigen Tod nach dauerhafter Mangelernährung, schweren Misshandlungen und einem Jahr Dunkelhaft. In zahlreichen Briefen appellierte Amnesty an die DDR-Behörden – schon bald darauf kam es zu spürbaren Hafterleichterungen für Welsch.

12. Briefe gegen das Vergessen

Politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern – ohne faires Gerichtsverfahren und häufig unter schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Dagegen helfen die „Briefe gegen das Vergessen". Sie geben den Gefangenen Hoffnung und üben öffentlichen Druck auf die Verantwortlichen aus.

13. Briefe durchbrechen Gefängnismauern

Im Jahr 2009 war Adnan Hajizade in einem unfairen Gerichtsverfahren des Rowdytums für schuldig befunden und zu 30 Monaten Haft verurteilt worden. Nach 16-monatiger Haft wurde der politisch engagierte Blogger aus Aserbaidschan frühzeitig freigelassen. Er schrieb einen Dankesbrief an Amnesty: „Liebe Freunde, während der harten Zeit im Gefängnis wart ihr im Herzen bei mir. Eure Aktionen haben eine entscheidende Rolle bei unserer Befreiung gespielt. Diese in Aserbaidschan bislang einzigartige Kampagne überraschte das ganze Land und führte zu unserer Freilassung.“

14. Aktiv werden

Amnesty-Aktionen geben den Menschenrechten eine Stimme. Ob Workshops, Mahnwachen, Informationsstände, Benefizkonzerte, Fotoausstellungen, Spendenläufe oder Unterschriftensammlungen: Aktionen generieren Aufmerksamkeit und ein Bewusstsein für die Bedeutung der Menschenrechte in der Bevölkerung.

15. Unterschrift für Unterschrift – ein Weg in die Freiheit

Die Menschenrechtsverteidigerin Jestina Mukoko aus Simbabwe wurde eingeschüchtert, denn ihr Einsatz für das „Zimbabwe Peace Project“ war den Behörden ein Dorn im Auge: Mukoko und ihre Mitstreiter wurden entführt und in illegaler Haft gefoltert – fingierte Vorwürfe dienten als Legitimationsgrundlage. Weltweit beteiligten sich Tausende Menschen an der Amnesty-Unterschriftenaktion für ihre Freilassung, die schon drei Monate später erfolgte. Im September 2009 wurde das Verfahren gegen sie eingestellt.

16. Ein Friedensnobelpreis für Amnesty

Die Auszeichnung von 1977 war ein öffentlicher Beleg dafür, dass Amnesty International sich weltweit bekannt und verdient gemacht hatte. Die Mitgliederzahlen stiegen rapide an und das Medieninteresse nahm zu. Dank ihrer Resonanz in Medien und Öffentlichkeit gelingt es der Amnesty-Bewegung, nachhaltigen politischen Druck auf Regierungen auszuüben, die Menschenrechtsverletzungen begehen.

17. Künstler für Amnesty

„Human Rights Now!“ – Unter diesem Motto tourten Bruce Springsteen, Sting, Tracy Chapman und viele andere 1988 um die Welt und rückten damit die Arbeit von Amnesty weltweit in den Fokus. Die Auftaktveranstaltung der Tour fand im Londoner Wembley-Stadion vor einer riesigen Zuschauermenge statt. In den darauf folgenden 6 Wochen gaben die Musiker 19 Konzerte in 14 Ländern auf 4 Kontinenten. Mehr als eine Million Menschen besuchten die Konzerte, knapp eine Milliarde Zuschauer verfolgten die Übertragung vor dem Bildschirm.

18. Bedrohung eines Künstlers

Die Lieder des belarussischen Musikers Igor Koktisch gefielen Präsident Lukaschenko überhaupt nicht, deshalb musste Koktisch ein Leben auf der Flucht führen. Koktisch wurde in seinem ukrainischen Exil verhaftet, nachdem die belarussischen Behörden eine Mordanklage gegen ihn konstruiert hatten. Ihm drohte die Auslieferung an sein Heimatland – und damit der Tod. Amnesty International startete eine Eilaktion für Koktisch. Im Dezember 2009 untersagte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte seine Abschiebung, Koktisch wurde freigelassen.

19. Völkerrechtliche Grundlagen für die Arbeit von Amnesty

Die internationale Staatengemeinschaft hat eine Reihe von Grundsatzerklärungen verabschiedet, die jedoch nicht rechtsverbindlich sind. Dazu zählen unter anderem die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948), die Erklärung über das Recht auf Entwicklung (1986), die Erklärung über den Schutz aller Personen vor zwangsweisem Verschwinden (1992) und das Recht der Völker auf Frieden (1984). Viele Länder haben diese Erklärungen ganz oder teilweise in ihre innerstaatliche Gesetzgebung oder in ihre Verfassung übernommen. Im Gegensatz zu diesen Erklärungen sind Übereinkommen (Konventionen) rechtsverbindlich, sobald sie von den Vertragsstaaten ratifiziert wurden.

20. Ein Meilenstein auf dem Weg zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe

Mehr als zwei Drittel aller Staaten, nämlich 139, haben die unmenschlichste aller Strafen ausgesetzt oder abgeschafft. Als Amnesty 1969 gegründet wurde, waren es erst 10. Noch Ende der 70er Jahre bezeichneten die Vereinten Nationen die Abschaffung der Todesstrafe lediglich als „wünschenswert“. Mittlerweile ist ihre weltweite Ächtung greifbarer als je zuvor: Am 18. Dezember 2007 stimmte die UN-Generalversammlung mit klarer Mehrheit für einen weltweiten Hinrichtungsstopp.

21. Hilferuf via SMS

Im Jahr 2007 erreichte ein verzweifelter Hilferuf via SMS die Londoner Zentrale von Amnesty International: „Sie bereiten unsere Hinrichtung vor. Hafez“. Hafez Ibrahim aus dem Jemen war im Alter von 17 Jahren wegen angeblichen Mordes zum Tode verurteilt worden, obwohl er vehement seine Unschuld beteuerte. Eine von Amnesty International organisierte Unterschriftenaktion bewirkte eine Strafumwandlung. Statt mit seinem Leben musste Ibrahim eine Geldsumme bezahlen und kam frei: „Es ist noch immer wie ein Traum. Ich verdanke Amnesty mein Leben.“

22. Der Grundstein unserer Arbeit = TEAM

Amnesty International geht bei der Menschenrechtsarbeit nach dem TEAM-Schema vor: Zunächst geht es darum, aktuelle Probleme aufzudecken (Throwing light on the problem), danach werden vor Ort Beweise gesammelt (Exposing the truth). Der nächste Schritt umfasst eine Reihe von organisierten Handlungen (Acting), mit dem Ziel, die Ausgangssituation zu verändern (Making a difference).

23. Am Anfang war die Information – Aufdecken

Woher weiß Amnesty, wo auf der Welt gerade Menschenrechtsverletzungen begangen werden? Für Antworten sorgen 80 sogenannte „Länder-Researcher" in der internationalen Amnesty-Zentrale in London, die jeweils für unterschiedliche Regionen verantwortlich sind. Sie kümmern sich um die Verifizierung der Informationen, mit denen sie ihr aufgebautes Netzwerk (v.a. aus zivilgesellschaftlichen Vertretern und Menschenrechtsverteidigern vor Ort) versorgt.

24. Ich weiß, also bin ich! – Aufklärung ist Teil von Amnestys Arbeit

In der internationalen Amnesty-Zentrale in London beschäftigen sich die sogenannten „Campaigner” mit der Umsetzung von Kampagnen und Mitgliederaktionen. Aktuelle weltweite Kampagnen sind: „Gold für Menschenrechte” zur Menschenrechtssituation in China, „Hinsehen und Handeln – Gewalt gegen Frauen verhindern“ sowie „Tear it down” zur Schließung des US-Gefangenenlagers Guantánamo. Amnesty engagiert sich auch in der Menschenrechtsausbildung an Schulen und unterschiedlichen Institutionen.

25. Eine große Menschenrechtsfamilie

„Als man mich festnahm, hatte ich eine 25-köpfige Familie, jetzt besteht sie aus Tausenden von Menschen.“ Mit diesen Worten bedankte sich der Pakistaner Dr. Ayaz Ali Khan bei den Amnesty-Aktivisten, deren Appellschreiben deutliche Wirkung zeigten: Die Polizei der Vereinigten Arabischen Emirate ließ Khan im Juni 2010 frei, nachdem er 65 Tage ohne Anklage oder Gerichtsverfahren inhaftiert gewesen war.

26. Unsere friedliche Waffe – der öffentliche Druck

In Form von Kampagnen, Aktionen, Info-Ständen, Protestschreiben, Diskussionsforen, Lobby- und Medienarbeit trägt Amnesty weltweit Informationen auf die Straße, in die Medien und in die Politik. Globale Kampagnen werden zu lokalen Aktionen für die Menschenrechte. Hinrichtungen können so oftmals verhindert, Folter gestoppt und unfaire Verfahren neu aufgerollt werden.

27. Wir verändern sowohl Gesellschaften als auch persönliche Schicksale!

Die Arbeit von Amnesty trägt dazu bei, dass Regierungen ihre Gesetze und Praktiken im Sinne der Menschenrechte ändern. Unsere Kampagnen-, Lobby-, und Aktionsarbeit hat beispielsweise einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass es seit 1987 eine internationale Anti-Folter-Konvention, seit 2002 einen Internationalen Strafgerichtshof und seit 2006 einen UNO-Menschenrechtsrat gibt.

28. Raus aus der Todeszelle, rein ins Präsidentenamt

1980 wird ein gewaltloser politischer Gefangener der Militärdiktatur Südkoreas namens Kim Dae-Jung wegen angeblicher Umsturzpläne zum Tode verurteilt. Der Einsatz von Amnesty International für den Oppositionspolitiker bewirkt dessen Begnadigung. Im Jahr 2000 ist der Präsident Südkoreas Kim Dae-Jung (1925–2009) bereits zwei Jahre im Amt, als er für seine Annäherungspolitik an Nordkorea mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird.

29. Menschenrechtsarbeit – weder umsonst noch kostenlos

Menschenrechtsarbeit kostet Geld. Doch Amnesty nimmt es nicht von jedem: Um ihre Unabhängigkeit nicht zu gefährden, lehnt die Organisation staatliche Gelder und Parteispenden ab. Stattdessen baut sie auf die Unterstützung vieler einzelner Menschen durch ehrenamtliche Arbeit sowie Spenden und Beiträge.

30. Wofür setzt Amnesty Spendengelder ein?

Seine Spendengelder nutzt Amnesty, um Ermittlungsreisen zu finanzieren und um Anwälte zu bezahlen, die Opfer von Menschenrechtsverletzungen verteidigen. Die Organisation übernimmt Reisekosten, wenn bedrohte Menschenrechtler ihr Land verlassen müssen und bezahlt Behandlungskosten von Folteropfern. Amnesty hilft Familien von politischen Gefangenen und finanziert Frauenhäuser und Rehabilitationszentren für ehemalige Kindersoldaten.

31. 110.000 Unterstützer in Deutschland

In Deutschland sind die ehrenamtlichen Mitglieder in rund 700 lokalen Jugend-, Länder- und Themenkoordinationsgruppen organisiert. Diese sind wiederum jeweiligen Regionalzusammenschlüssen, den sogenannten Amnesty-Bezirken, zugeordnet. Viele Amnesty-Gruppen führen eigene Büros.

32. Die Generalsekretärin der deutschen Sektion

Monika Lüke ist seit 2009 Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland und damit Leiterin der viertgrößten Amnesty-Sektion. Zuvor hat die promovierte Völkerrechtlerin und Juristin für die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit gearbeitet, wo sie zuletzt in Kambodscha tätig war. Dort leitete sie ein Projekt zur Stärkung der Frauenrechte und trat gleichzeitig als Koordinatorin des Auswärtigen Amtes für die Stärkung der Opferrechte beim Khmer-Rouge-Tribunal ein.

33. Praktikum im Generalsekretariat

Wer die Arbeit bei Amnesty einmal hautnah miterleben möchte, dem bietet ein Praktikum im Generalsekretariat in Berlin einen spannenden Einstieg. Praktikanten betreuen einzelne Projekte im Rahmen der Lobbyarbeit, arbeiten der deutschen Sektion zu und unterstützen die Arbeit des ehrenamtlichen Vorstandes der bundesdeutschen Sektion. Mehr Infos gibt es unter www.amnesty.de.

34. Amnesty – eine basisdemokratische Organisation

Amnesty International ist eine demokratische Bewegung, deren Politik von den Mitgliedern bestimmt wird. Wichtige politische Entscheidungen trifft die Internationale Ratstagung, zu der alle nationalen Sektionen Vertreter entsenden. Dieser Internationale Rat kommt alle 2 Jahre zusammen und hat das Recht, die Satzung der Organisation, die die Arbeit und angewandte Arbeitstechniken regelt, zu ändern.

35. Salil Shetty - der internationale Generalsekretär von Amnesty International

Salil Shetty wuchs im indischen Mumbai auf, studierte in Ahmedabad und London Management und Sozialpolitik. Vor seiner Tätigkeit für Amnesty war er zuletzt sechs Jahre lang Direktor der Uno-Millenniumskampagne zur Armutsbekämpfung. Davor hatte er sich als Vorsitzender der internationalen Nichtregierungsorganisation ActionAid weltweit für die Rechte von Armen eingesetzt.

36. Amnesty schreibt Musikgeschichte

Zahlreiche Künstler und internationale Stars wie U2, REM, Greenday oder Snow Patrol beteiligten sich am Amnesty-Album „Instant Karma“. Sie spielten insgesamt 28 Coverversionen von John Lennon Songs, um damit die Amnesty-Kampagne für Darfur zu unterstützen. Seit 2003 haben dort Milizen mit Unterstützung der Regierung in Khartum Hunderttausende Menschen getötet, Tausende Dörfer zerstört und Millionen zur Flucht gezwungen.

37. Amnesty gegen Amnestie

Seit 1993 setzt sich Amnesty verstärkt dafür ein, dass Täter nicht mehr ungestraft davonkommen und fordert, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. 1995 zählte Amnesty zu den Gründungsmitgliedern der weltweiten „Koalition für einen Internationalen Strafgerichtshof“.

38. Länderübergreifende Instanz

1998 wurde der Internationale Strafgerichtshof ins Leben gerufen. Frei von politischer Einflussnahme einzelner Staaten ist dieses Gericht für schwere Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts zuständig. Bis Ende 2009 hatten 110 Länder das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs ratifiziert, darunter aber nur 12 der G20-Staaten. Zu den Ländern, die sich dem Vertragswerk noch nicht angeschlossen hatten, zählten die Volksrepublik China, Indien, Indonesien, die Russische Föderation, die Türkei und die USA.

39. Kino für die Menschenrechte

Seit 2005 zeichnet die deutsche Amnesty-Sektion Filmproduktionen aus, die sich dem Thema Menschenrechte widmen. Amnesty ist an zahlreichen Filmfestivals als Mitveranstalter oder mit einer eigenen Auszeichnung beteiligt, wie etwa dem Nürnberger Filmfestival für die Menschenrechte.

40. Menschenrechte in den Medien – Der Marler Fernsehpreis

Mit dem Marler Fernsehpreis zeichnet Amnesty International Fernsehproduktionen aus, deren Inhalt und filmische Umsetzung in besonderer Weise dem Thema Menschenrechte gerecht werden. Anspruch und Ziel von Amnesty ist es, die Leistung von RedakteurInnen, ReporterInnen, RegisseurInnen, DrehbuchautorInnen, Kameraleuten und SchauspielerInnen zu würdigen.

41. Opposition in Freiheit

Im November 2005 wurden in Äthiopien tausende Regimegegner verhaftet, weil sie gegen den offensichtlichen Wahlbetrug der Regierungspartei demonstriert hatten – unter ihnen Birtukan Mideksa. Dank des Einsatzes von Amnesty-Aktivisten blieb der äthiopischen Oppositionsführerin eine lebenslange Haft erspart. Im Oktober 2010 kam sie nach 22 Monaten Gefängnis frei.

42. Die meist verbreitete Menschenrechtsverletzung

Gegen den mangelnden Schutz von Frauen und Mädchen wendete sich Amnesty beispielsweise am Internationalen Frauentag am 8. März mit einer Kampagne gegen sexuelle Gewalt gegen Mädchen in Nicaragua. Dort gibt es kein Gesetz, das körperliche Züchtigung verbietet und Mädchen und Frauen schützt.

43. Das Amnesty-Journal

Seit Juni 2009 erscheint das Amnesty-Journal mit sechs Ausgaben pro Jahr. Das Magazin berichtet über Wissenswertes und Aktuelles rund um die Menschenrechte weltweit. Das Journal ist im Abo oder bundesweit an allen Bahnhofs- und Flughafenkiosken erhältlich.

44. Hoffnung für die Meinungsfreiheit

Aufgrund ihrer regierungskritischen Artikel war die schwangere, äthiopische Journalistin Serkalem Fasil im Jahr 2005 verhaftet worden. Sie sollte zum Tode verurteilt werden. Im Gefängnis brachte sie unter unvorstellbaren Bedingungen ihr Kind zur Welt. Durch den öffentlichen Druck der Aktivisten und Unterstützer von Amnesty wurde Fasil im April 2007 freigesprochen.

45. Amnesty Jugend- und Hochschulgruppen

Bundesweit gibt es 89 Schüler- und Jugendgruppen. Im Studierenden-Aktionsnetzwerk sind über 35 Hochschulgruppen organisiert. Ihr Einsatz für die Menschenrechte ist oft kreativ und unkonventionell: Von einem Improvisationstheater auf dem Pausenhof über eigens veranstaltete Benefizkonzerte bis hin zu einem symbolischen Fackellauf für die Menschenrechte quer durch Deutschland von Universität zu Universität. Mehr Infos erfahrt Ihr unter: www.amnesty-jugend.de

46. Amnesty in München

In der Sektion des Bezirks für München und Oberbayern sind für Amnesty insgesamt 44 Gruppen aktiv. Das breite Spektrum der Mitarbeit reicht über die Beschäftigung mit Menschrechtsverletzungen in einzelnen Ländern bis hin zur Auseinandersetzung mit Amnesty-Zielen. Protestaktionen werden von zwei Aktionsgruppen organisiert. Für eine fundierte Berichterstattung über die Amnesty-Arbeit ist neben der Pressegruppe auch eine Radiogruppe zuständig.

47. Make Some Noise

Make Some Noise ist ein globales Musikprojekt für die Menschenrechte. Es verbindet Musik mit Aktionen, um Menschen zu unterstützen, denen Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichberechtigung vorenthalten werden. Weitere Informationen sowie eine Liste prominenter Unterstützer gibt es hier: http://www.make-some-noise.org. Auch in München finden regelmäßig Konzerte unter dem Motto Make Some Noise statt: http://www.amnesty-noise.com.

48. Menschenrechtshelden

Seit 1998 zeichnet die deutsche Amnesty-Sektion Persönlichkeiten aus, die sich unter besonders schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen, um ihr Engagement zu würdigen und ihre Arbeit zu unterstützen. Menschenrechtspreise haben jedoch noch eine weitere Funktion: Sie schützen ihre Preisträger.

49. Diesjähriger Menschenrechtspreis geht nach Mexiko:

Dieses Jahr geht die Auszeichnung an Abel Barrera Hernández, der 1994 mit fünf Mitstreitern das Menschenrechtszentrum der Region La Montaña „Tlachinollan“ in Mexiko gründete. Er veröffentlichte bislang zahlreiche Artikel und Forschungsarbeiten über Menschenrechtsverletzungen sowie die Geschichte, Mythologie und Kultur indigener Völker.

50. Darum machen wir weiter

2007 hat Amnesty in 81 Staaten Fälle von Folter oder entwürdigender und unmenschlicher Behandlung dokumentiert. In 45 Staaten saßen Menschen allein aus politischen Gründen in Haft. In 24 Staaten wurden mindestens 1.252 Menschen hingerichtet. Die Presse- und Meinungsfreiheit wurde in mindestens 77 Staaten verletzt. In mindestens 23 Staaten galten Gesetze, die Frauen diskriminieren. 54 Staaten führten unfaire Gerichtsverfahren durch.