Amnesty International Bezirk München und Oberbayern

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8. Mai 2011

KUGELN VOR LACHEN

im CIRCUS KRONE

Gerhard Polt brachte es auf den Punkt, als er von einem AZ-Journalisten um ein Interview gebeten wurde: „Wir haben doch da draußen schon alles gesagt“ und zeigte zur Bühne „was gibt es denn da noch hinzuzufügen?“

Polt war einer der Künstler, der bei Kugeln vor Lachen auftrat, einer Benefizveranstaltung zugunsten und anläßlich des 50-jährigen Bestehens von Amnesty International. Weitere Stargäste des Abends, durch den Bayern-3-Moderatorin Susanne Rohrer führte, waren unter anderem Frank-Markus Barwasser, alias Pelzig, die Biermösl Blosn und der aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler Timothy Peach.

Über 1800 Zuschauer fanden sich im Circus Krone ein, um den runden Geburtstag der Menschenrechtsorganisation zu feiern. Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt von Erwin Pelzig, der 20 Minuten lang seine gewohnt satirisch-bissige Sozialkritik übte.

Timothy Peach, Mitglied von Amnesty International, betonte in seiner Rede, dass die Organisation auf die Unterstützung möglichst vieler Mitglieder angewiesen sei.

“Amnesty möchte, dass jeder Mensch das Recht hat, zu sagen, was er will, zu glauben, was er will, und zu sein, wer er ist, ohne sich vor Einschüchterungen, Inhaftierungen, Gewalt oder Tod fürchten zu müssen. Diese Rechte haben wir alle. Wir werden damit geboren. Wir können weder auf sie verzichten, noch können sie uns von anderen genommen werden. Es sind die Menschenrechte, die für alle gelten. Und doch werden diese Rechte tagtäglich in vielen Ländern der Erde verletzt.

Amnesty International ist eine Bewegung, die von ganz normalen Leuten wie uns getragen wird, die sich für Menschlichkeit und Menschenrechte einsetzen, wo auch immer Wahrheit, Freiheit oder Gerechtigkeit verwehrt werden. Ich bin eines von über zwei Millionen Mitgliedern weltweit und sehr stolz darauf.“

In seiner bewegenden Ansprache ging Peach auf drei Schicksale ein, vertretungsweise für die zahlreichen Fälle von Menschenrechtsverletzungen, gegen die sich Amnesty International einsetzt: Den Fall der Blogger Adnan Hajizade und Emin Milli, die eingesperrt wurden, weil sie sich öffentlich gegen Korruption in Aserbeidschan eingesetzt hatten, und die kürzlich aus der Haft entlassen wurden. Den Fall von Su Su Nway, die immer noch im Gefängnis in Myanmar sitzt, weil sie an einer friedlichen Demonstration teilgenommen hatte, sowie den der 15-jährigen Maina Sunuwar, die aus ihrem Haus entführt wurde und starb, während sie in einem nepalesischen Militärlager gefoltert wurde.

Weitere Gäste des Abends waren Cello Mafia, Kerstin Heiles, begleitet am Klavier von Christoph Pauli, das Comedy-Nachwuchstalent aus Nürnberg El Mago Masin sowie der Münchner Bürgermeister Christian Ude.

„50 Jahre aktiv für die Menschenrechte, 50 Jahre Kampf für Gerechtigkeit”, so beschrieb die Moderatorin des Abends Susanne Rohrer die Arbeit von Amnesty International.

“50 Jahre lang war Amnesty International oft die letzte Hoffnung für politische Gefangene weltweit. Ganz normale Leute wie du und ich bildeten das Netzwerk, das für Zehntausende von politischen Gefangenen Gerechtigkeit erkämpfte,  und zwar nur durch Briefe aus allen Ländern der Welt. Damit wurde Druck auf die Verantwortlichen ausgeübt, dem Unrecht ein Ende zu bereiten.” sagte Rohrer vor dem ausverkauften Haus.

“In einem Drittel aller Fälle haben die Bemühungen von Amnesty International Erfolg, sei es die Freilassung einer zu Unrecht inhaftierten Person, oder zumindest eine faire Gerichtsverhandlung. Haftbedingungen wurden verbessert oder Regierungen überhaupt erst dazu gebracht, Anklagen ordnungsgemäß und unparteiisch zu untersuchen.”

Mitglieder von Amnesty International nutzten die Gelegenheit, an diesem Abend zahlreiche Unterschriften für die Freilassung der syrischen Schriftstellerin Raghdah Sa’id, des iranischen Journalisten Mohammad Sadiq Kabudvand sowie des chinesischen Künstlers Ai Weiwei zu sammeln. Wie erfolgreich auch die Unterschriftenaktionen am Rande der Veranstaltung waren, brachte ein langjähriges Mitglied von Amnesty International auf den Punkt: „Ich habe wirklich zum ersten Mal erlebt, dass Leute tatsächlich Schlange stehen, um eine Petition zu unterschreiben!

Die Veranstaltung wurde organisiert von der englischsprachigen Amnesty-Gruppe München (1454), unterstützt von der Münchner Aktionsgruppe und den Schülergruppen der Munich International School.

Seite zuletzt geändert am 16.05.2011 21:37 Uhr