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27. September 2003

Jugendgruppen von amnesty international demonstrieren für politische Flüchtlinge

von 11-15 Uhr auf dem Karlsplatz (Stachus)

München - Mit einer Kundgebung am Karlsplatz demonstrieren die Jugendgruppen von amnesty international am Samstag, 27. September 2003 von 11-15 Uhr gegen die Abschiebung von Asylbewerbern, denen in ihrer Heimat politische Verfolgung droht. Die Jugendlichen tragen T-Shirts mit dem Stempel "abgeschoben" und lebensgroße Schattenrisse von menschlichen Körpern - jeder steht für einen von Abschiebung bedrohten Flüchtling. Britta Weber (22) von der ai-Jugendgruppe Ulm Ingolstadt: "ai setzt sich für Menschen ein, denen Folter oder Verfolgung droht. Wenn diese Menschen nach Deutschland fliehen, die zum Beispiel wegen ihrer Rasse oder Religion verfolgt werden, brauchen sie unseren Schutz." In manchen Fällen werden jedoch Menschen, für die sich ai einsetzt, in Deutschland nicht als Asylberechtigte anerkannt. Die Gerichte stellen fest, dass ihnen in ihrer Heimat Gefahren drohen. Dennoch erhalten sie oft nur eine befristete Duldung. Der Grund: Das Flüchtlingsrecht wird bei uns sehr restriktiv ausgelegt. ai fürchtet, dass Menschen abgeschoben werden könnten, denen in ihrer Heimat Gefahr droht, beispielsweise durch Folter. Ein Beispiel waren manche Iraker, die unter dem Saddam-Hussein-Regime verfolgt wurden. Werner Steinmetz vom ai-Arbeitskreis Asyl: "Wir kennen mehrere Fälle, in denen solche Menschen nicht als Asylberechtigte anerkannt wurden. Die Gerichte und Behörden haben argumentiert, dass diese Verfolgten in den Norden des Irak flüchten könnten. In vielen anderen europäischen Ländern wären sie als Flüchtlinge anerkannt worden." Ein anderes Beispiel: Viele Verfolgte aus Afghanistan sind zu der Zeit, als die Taliban noch große Teile des Landes beherrschten, nicht als Flüchtlinge anerkannt worden. Die Begründung: Das Land befinde sich im Bürgerkrieg - daher gebe es keinen einheitlichen Staat, von dem eine Verfolgung ausgehen könne. Die Aktion wird in Zusammenarbeit mit der Organisation Pro Asyl durchgeführt, die weitergehende Forderungen hat: Pro Asyl möchte auch ein Bleiberecht für Asylbewerber, die seit vielen Jahren in Deutschland leben. Viele von ihnen sind, so Pro Asyl, in Deutschland sozial integriert.

Seite zuletzt geändert 2003