Amnesty International Bezirk München und Oberbayern

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Bezirk München und Oberbayern

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8. März 2003

Russische Gefängnisbetten auf dem Odeonsplatz

Aktion von amnesty international zum Weltfrauentag (8. März)

Vier Betten mit Stahlrohrgestellen, von denen der weiße Lack abblättert. In jedem diesen Betten liegen drei Frauen in zerlumpten Gefängnisuniformen. Mit dieser Aktion macht amnesty international am Weltfrauentag auf die grausamen Haftbe-dingungen in Rußland aufmerksam (Samstag, 8. März 2003, Weltfrauentag, 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr, Odeonsplatz).

Ein UNO-Sonderberichterstatter kam Mitte der 90er Jahre zu der Schlußfolgerung, daß die Haftbedingungen in Rußland mit Folter vergleichbar sind. Ein neuer Bericht von am-nesty international belegt: Daran hat sich bis heute nichts geändert. Oft müssen sich mehrere Häftlinge ein Bett teilen. Krankheiten wie Tuberkulose, AIDS und Syphilis grassieren. Besonders Frauen leiden unter den unmenschlichen Haftbedingungen. Sie erhalten während ihrer Menstruation keine Hygieneartikel und müssen sich mit Lumpen und den Füllungen ihrer Matratzen behelfen.

Frauen droht in der Haft auch Folter und Vergewaltigung. Angehörige der Sicherheits-kräfte, die Frauen mißhandeln, werden in vielen Fällen nicht für ihre Taten bestraft. Jüngstes Beispiel ist der Freispruch des russischen Obersten Jurij Budanow. Budanow hatte zugegeben, die 18-jährige Tschetschenin Cheda Kungajewa verschleppt und er-mordet zu haben. Der Offizier hat die Tat gestanden, leugnet jedoch, das Mädchen vor-her vergewaltigt zu haben, obwohl eine Autopsie das ergeben hatte. Ein russisches Militärgericht erklärte Budanow vor kurzem für zeitweilig schuldunfähig und wies ihn für zwei Jahre in eine psychiatrische Anstalt ein. ai fordet, dass die Staatsanwaltschaft im jetzt anhängigen Berufungsverfahren auch dem Verdacht der Vergewaltigung nachgeht.

Veröffentlicht 2003