Amnesty International Bezirk München und Oberbayern

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Bezirk München und Oberbayern

Startseite2003-05-05

Ngawang Oeser

5. Mai 2003

1000 Ansichtskarten für die Freilassung eines tibetischen Mönchs

5. Mai 2003, 16:00 bis 20:00 Uhr, Rotkreuzplatz

Eine Wäscheleine voller München-Ansichtskarten wird am 5. Mai 2003 den Rotkreuzplatz schmücken. Mit dieser Aktion will ai München für die Freilassung des tibetischen Mönches Ngawang Oeser demonstrieren. Passanten werden aufgefordert, die Ansichtskarten mit einem kurzen Text zu versehen und an Ngawang Oeser im Gefängnis zu schicken. 1000 Ansichtskarten, gespendet von einem Verlag, sollen verschickt werden. Zusätzlich werden zwei weitere Wäscheleinen über den Rotkreuzplatz gespannt: Eine mit tibetischen Gebetsfahnen, eine weitere mit 15 riesigen Fotos von Ngawang Oeser, je ein Foto für jedes Jahr seiner Haft. Ngawang Oeser ist bereits seit 1989 inhaftiert. Er gehört zu einer Gruppe von Mönchen, die für die Unabhängigkeit Tibets von China eingetreten sind. Die Gruppe wurde angeklagt, "konterrevolutionäre Agitation und Propaganda" betrieben zu haben. Ngawang Oeser wurde als einer der Hauptschuldigen betrachtet und zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt. Amnesty international betrachtet ihn als einen gewaltlosen politischen Gefangenen. Das heißt: Er ist nur deswegen in Haft, weil er seine Meinung geäußert hat. Er hat nie Gewalt angewandt oder auch nur befürwortet. Verurteilt wurden die Mönche unter anderem deshalb, weil sie folgende Dokumente gedruckt haben: Eine tibetische Fassung der UN-Menschenrechtserklärung, Berichte über oppositionelle Tätigkeiten in Tibet, und die Zusammenfassung einer Stellungnahme des US-Repräsentantenhauses über die Menschenrechtsverletzungen vom April 1989 in der Volksrepublik China. Durch Informationen eines ehemaligen Mitgefangenen weiß ai, dass Ngawang Oeser noch lebt. Doch in der Haft werden er und die anderen Mönche immer wieder misshandelt: Sie werden zeitweilig mit Handschellen gefesselt und Dunkelhaft unterzogen. Sie werden in Isolationszellen festgehalten, gerade groß genug, um sich darin hinzulegen. Sie haben keine Möglichkeit, mit der Außenwelt in Kontakt zu treten oder Besuche zu empfangen. Einer der Mönche ist 1996 in Haft verstorben.

Veröffentlicht 2003