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10. Dezember 2002

Gegen das Vergessen: Lateinamerikanische Diktatoren und Folterer vor Gericht

Dienstag, 10.12. 2002, 19:30 Uhr - Vortrag von Dr. Angelika Denzler (Koalition gegen Straflosigkeit), mit Dokumentarvideo und der Ausstellung "Nicht die Erde hat sie verschluckt".

Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte des internationalen Rechts, die unerträgliche Nichtverfolgung oder Straflosigkeit für Diktatoren und ihre Folterknechte wird die Referentin die Bemühungen und Ergebnisse darstellen, lateinamerikanische Staatsverbrechen aufzuklären und die Schuldigen vor Gericht zu bringen. Besonders wichtige Beispiele im Kampf gegen die Straflosigkeit sind (neben Peru und Guatemala) Chile, wo ein unerschrockener Staatsanwalt den Ex-Diktator Pinochet vor Gericht zwang, und Argentinien, wo die Militärdiktatur über 30.000 Menschen -verschwinden ließ und der Vorwurf im Raum steht, Firmenleitungen wie Mercedes-Benz hätten mit der Diktatur gemeinsame Sache gemacht, um unliebsame Gewerkschaftler loszuwerden. Unter den Verschwundenen in Argentinien waren auch Elisabeth Käsemann und der Münchner Student Klaus Zieschank.

Was die Gerichtsverfahren gegen Folterer, die sich für unangreifbar und sicher hielten, bewirken, wird anhand eines für die ARD gedrehten Dokumentarfilmes deutlich. Wahrheit und Gerechtigkeit sind nach Auffassung des Friedensnobelpreisträgers Adolfo Esquivel unabdingbar für den Aufbau einer stabilen Demokratie. Die Koalition gegen Straflosigkeit ist der festen Überzeugung, daß sich über eine konsequente Anwendung des Völkerrechts auch ohne Kriegseinsätze eine friedliche Weltordnung herstellen ließe - wenn dies politisch gewollt wäre. Angelika Denzler ist Sprecherin der Koalition gegen Straflosigkeit, einem Zusammenschluß von 15 Nichtregierungsorganisationen und Einrichtungen der evangelischen und katholischen Kirche, der sich seit 1998 von Deutschland aus für die juristische Aufklärung von Kriegsverbrechen einsetzt, die in Argentinien zwischen 1976 und 1983 begangen wurden. In Argentinien selbst ist aufgrund der Generalamnestie für die Streitkräfte keine Strafverfolgung möglich.


Wann und wo:
Am 10.12.2002 (Internationaler Tag der Menschenrechte) um 19 Uhr 30
im EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80 (U4/U5 Theresienwiese), Raum 211

Veranstalter:
Lateinamerika-AK des Nord Süd Forums München e.V.

Seite zuletzt geändert 2002