Amnesty International Bezirk München und Oberbayern

Impressum | Login

Bezirk München und Oberbayern

Startseite2002-12-09

Was ist auf dem Bild zu sehen?

9. Dezember 2002

Verschwundene in Algerien

Vortrag von amnesty international

Referentin: Nassera Dutour vom "Kollektiv der Familien der Verschwundenen "
Zeit: Montag, 9. Dezember 2002, 19:30 Uhr (Vorabend des "Tags der Menschenrechte")
Ort: Seidlvilla, Nikolaiplatz 1b

Das "Kollektiv der Familien der Verschwundenen in Algerien " wurde 1998 in Paris gegründet. Mitglieder organisierten eine Rundreise durch Europa, um auf das Problem der "Verschwundenen" aufmerksam zu machen. Bis heute trifft sich die Gruppe jeden Samstag in Paris vor dem Jardin de Luxembourg, um gemeinsam mit amnesty international für eine Aufklärung der "Verschwundenenfälle" zu demonstrieren.

Nassera Dutour gehört zu den Gründerinnen der Organisation. Sie war 1998 mit dem Komitee auf der UN-Menschenrechtskonferenz in Genf anwesend und wurde 1999 mit einer Delegation des Komitees im Weissen Haus in Washington empfangen. Auch Mary Robinson, ehemalige UN-Menschenrechtskommisarin, hat Madame Dutour in ihrem Anliegen unterstützt.

Ziel ihrer Arbeit: Die gegenseitige Unterstützung der Familien beim Umgang mit den algerischen Behörden, der gegenseitige Schutz vor Repression und der Erfahrungsaustausch. Außerdem das Bewusstmachen der "Verschwundenen"-Problematik bei Menschenrechtsorganisationen und Regierungen.

Die algerischen Behörden haben bis heute keine konkreten Maßnahmen ergriffen, um das Schicksal der über 4000 Männer und Frauen zu klären, die seit 1993 nach ihrer Festnahme durch Angehörige der Sicherheitskräfte oder paramilitärischer Milizen dem "Verschwindenlassen" zum Opfer gefallen sind. Auch wurden nach Kenntnis von amnesty international keine Schritte eingeleitet, um den Hinweisen von Familien auf den Ort, an dem ihre von bewaffneten Gruppen entführten und getöteten Angehörigen möglicherweise verscharrt worden sind, nachzugehen.

Präsident Bouteflika und andere Regierungsvertreter hatten gegenüber den Vertretern der Familien der Opfer in den vergangenen Jahren wiederholt entsprechende Zusagen gemacht. Die Regierung veröffentlichte keinerlei Informationen über die Ermittlungen, welche nach Angaben der Behörden zu den massiven seit 1992 begangenen Menschenrechtsverstößen durchgeführt worden sein sollen, darunter Tausende von Fällen extralegaler Hinrichtungen, vorsätzlicher und willkürlicher Tötungen von Zivilpersonen, Folterungen und Misshandlungen sowie Fälle von "Verschwindenlassen".

Seite zuletzt geändert 2002