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Bezirk München und Oberbayern

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8. März 2002

Stacheldraht als Wäscheleine

ai-Aktion zum Weltfrauentag

Am Internationalen Tag für die Rechte der Frau macht amnesty international München mit einer Aktion darauf aufmerksam, daß in vielen Ländern die Rechte von Frauen massiv verletzt werden: Mitglieder von ai spannen am Stachus eine Wäscheleine aus Stacheldraht auf. An dieser Wäscheleine hängen Frauenkleider. Dazu zeigen die ai-Mitglieder Plakate wie "Jährlich werden weltweit 700.000 Frauen vergewaltigt" oder "Alle 15 Sekunden wird einer Frau Gewalt angetan." (Termin: Freitag, 8. März 2002, 12:00 bis 16:00 Uhr, Stachus.)

Gewalt gegen Frauen hat ihren Ursprung in der alltäglichen Diskriminierung. Frauen werden immer noch als das "zweite" Geschlecht betrachtet, mit weniger Rechten als die Männer. Nur 27 Staaten stellen die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe, darunter Deutschland. Nach Statistiken der Weltbank sind weltweit über 20 Prozent aller Frauen körperlich oder sexuell mißhandelt worden. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat im Juni 2000 darauf hingewiesen, daß zwar in den meisten Staaten Gewalt gegen Frauen verboten ist, die Zahl der Übergriffe jedoch steigt.

Ein Beispiel für die vielen Länder, in denen die Menschenrechte von Frauen verletzt werden: Rußland. Vor allem im bewaffneten Konflikt in Tschetschenien kommt es immer wieder zu Miß-handlungen von Frauen. Sogar schwangere Frauen haben amnesty international berichtet, daß sie von Soldaten vergewaltigt worden sind. Vertreter von ai haben während einer Untersuchungsreise im November 2001 die Zeugenaussagen dieser Frauen aufgenommen. Auch in Gefängnissen und im Polizeigewahrsam werden Frauen mißhandelt. Die Täter gehen praktisch kein Risiko ein, dafür bestraft zu werden. Frauen leiden außerdem unter den generell schlechten Haftbedingungen. Die Zustände in den Untersuchungsgefängnissen und Haftkolonien erinnern an die Stalinzeit.

Veröffentlicht 2002