Amnesty International Bezirk München und Oberbayern

Impressum | Login

Bezirk München und Oberbayern

Startseite2001-07-13

Ngawang Oeser

13. Juli 2001

Volksrepublik China - rekordverdächtig bei Menschenrechtsverletzungen

Am 13. Juli 2001 entscheidet das IOC, ob Olympia 2008 in Peking stattfindet. Münchner Mitglieder von amnesty international (ai) fordern mit über 1000 Unterschriften die chinesische Regierung auf, nicht mehr gegen Menschenrechte zu verstoßen und gewaltlose politische Gefangene wie den tibetischen Mönch Ngawang Oeser freizulassen.

"Die Veranstaltungen der Olympiade stehen unter dem Motto Friede und Menschenwürde. In China muss ai dagegen immer wieder schwerste Einschränkungen der Freiheitsrechte feststellen. Dies muss sich dringend ändern", fordert Dr. Fritz Thurner, Mitglied der amnesty-Gruppe 1321, einer von über 20 in München. Dissidenten, Gewerkschafter, Christen, Moslems und Anhänger von Falun Gong sowie Uighuren werden verfolgt, gefoltert, eingesperrt oder in Straflager geschickt. Ähnlich verfährt Pekings Regierung mit Tibetern. Einen traurigen Rekord stellt China bei der Todesstrafe auf: Seit Anfang April hat ai mehr als 1781 Hinrichtungen gezählt. In diesen drei Monaten wurden in China mehr Menschen hingerichtet als in der ganzen übrigen Welt während der letzten drei Jahre.

Ein Beispiel: der tibetische Mönch Ngawang Oeser wurde Ende 1989 zu insgesamt 17 Jahren Haft verurteilt. Weil er die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vervielfältigt und sich für die Unabhängigkeit seiner Heimat Tibet eingesetzt hat. Offenbar gelten diese Handlungen, die die Richter als "konterrevolutionäre Propaganda" bezeichneten, bereits als Verbrechen. Amnesty international hingegen stuft Ngawang Oeser als gewaltlosen politischen Gefangenen ein. Das heißt: der Mönch hat Gewalt nie befürwortet, geschweige denn angewendet. Die Münchner ai-Gruppe 1321 setzt sich seit fast zehn Jahren mit Briefen, Informationsständen und Demonstrationen vor dem chinesischen Konsulat dafür ein, daß Ngawang Oeser freigelassen wird.

Veröffentlicht 2001