Amnesty International Bezirk München und Oberbayern

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27. Mai 2000

Faxaktion auf dem Stachus

ai hilft Gefangenen in Myanmar

Seine Augen ruhen auf jedem, der vorbei kommt. Than Nyeins Foto ist mitten auf dem Stachus ausgestellt. Jeder Passant kann für den gewaltlosen politischen Gefangenen ein Fax verschicken. Auf sein Schicksal und das tausender Männer und Frauen aus Myanmar möchte amnesty international (ai) am Samstag, den 27. Mai aufmerksam machen (11.30 bis 16.30 Uhr, Stachus).

Es passiert vor genau zehn Jahren. Am 27. Mai 1990 werden in Myanmar freie Wahlen durchgeführt. Mit Erlaubnis der seit 28 Jahren herrschenden Militärregierung. Das Ergebnis schlägt ein wie eine Bombe: die National League for Democracy (NLD) gewinnt über 80 Prozent der Parlamentssitze, ein erd-rutschartiger Sieg über die National Unity Party, den politischen Arm der Militärregierung. Diese reagiert rasch - Mitglieder der NLD werden verhaftet, die errungenen Parlamentssitze werden der Partei aberkannt.

Than Nyein ist einer von circa 1500 politischen Gefangenen, die in Arbeitslagern oder Gefängnissen in inhaftiert sind. Nyein, Mitglied der NLD, wurde verhaftet und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil er an einem Treffen seiner Partei teilnahm. Der 63-jährige Arzt hat nie zu Gewalt aufgerufen und hat diese nie befürwortete. Amnesty-Mitglieder möchten mit Nyeins Foto und einer 15 qm großen Landkarte von Myanmar, die sie mitten auf dem Stachus ausbreiten, auf sein Schicksal aufmerksam machen. Passanten haben die Möglichkeit, vorformulierte Faxe direkt an die Botschaft von Myanmar in Berlin und in London zu schicken. Zeitgleich unterstützen amnesty-Mitglieder aus England (Croydon), Norwegen (Aalesund), Schweden (Malmö) und Holland (Rotterdam) die Aktion. Auch dort schicken Passanten Faxe an die Botschaft im eigenen Land und in London. Amnesty hofft so auf die Menschenrechtssituation in Myanmar aufmerksam zu machen und die Verantwortlichen zum Umdenken zu bewegen.

Unter der seit 1962 herrschende Militärregierung Myanmars werden Gefangene gefoltert, viele sterben in Einzelhaft aufgrund mangelhafter hygienischer Bedingungen. Strafgefangene und Teile der Bevölkerung müssen Zwangsarbeit verrichten.

Seite zuletzt geändert 2000