Amnesty International Bezirk München und Oberbayern

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Ngawang Oeser

19. August 2000

Sieben Meter langer Drache auf dem Rotkreuzplatz

amnesty demonstriert für tibetischen Mönch

Ein chinesischer Drache wird am Samstag, den 19. August (10:00-15:00 Uhr) auf dem Münchner Rotkreuzplatz für die Freilassung eines tibetischen Mönches demonstrieren. In dem sieben Meter langen Drachen stecken Mitglieder einer Münchner ai-Gruppe. Die Gruppe kämpft seit neun Jahren für die Freilassung des Mönches Ngawang Oeser.

Ngawang Oeser ist in diesem Jahr seit über zehn Jahren inhaftiert. Ende 1989 wurde er zu insgesamt 17 Jahren Haft verurteilt - wegen "Gründung einer konterrevolutionären Vereinigung" und "konterrevolutionärer Propaganda". Die "Propaganda" bestand darin, daß der Mönch Kopien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte angefertigt hatte. Außerdem hatte er sich für die Unabhängigkeit Tibets von China eingesetzt. Offenbar gelten diese Handlungen in China bereits als Verbrechen. Amnesty international stuft Ngawang Oeser als gewaltlosen politischen Gefangenen ein. Das heißt: Er hat nie Gewalt angewendet oder auch nur befürwortet und ist allein aus politischen Gründen in Haft.

Die ai-Gruppe 1321, eine von über 20 in München, setzt sich seit neun Jahren dafür ein, daß Ngawang Oeser freigelassen wird. Ein ganzes Jahr lang haben die Mitglieder täglich Briefe für ihren Gefangenen geschrieben. Ein weiteres Jahr lang haben sie jeden Monat vor dem chinesischen Konsulat in der Romanstraße demonstriert. Die Gruppe wird am 19. August Info-Blätter zur Lage in Tibet und Appell-Postkarten verteilen. Außerdem werden die Gruppenmitglieder Unterschriften für die Freilassung ihres Gefangenen sammeln. Auf einem Plakat werden sie "Freiheit für Ngawang Oeser" fordern.

Veröffentlicht 2000