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1998

50 Jahre Menschenrechtserklärung

amnesty demonstriert in München und in Fernsehserie

Eine Demonstration, die in der Fernsehserie Lindenstraße angekündigt worden ist, findet tatsächlich statt: Am 10. Dezember wird ai in München für die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte demonstrieren. Mit dieser Demonstration macht ai auf ein großes Jubiläum aufmerksam: Die Menschenrechtserklärung wird 50 Jahre alt. Die ai-Demonstration kommt auch in der Lindenstraße vor: Am Nikolaustag wurde ein Plakat für die ai-Demo aufgehängt, am 13.12. wird die Demo selbst zu sehen sein.

Am 10. Dezember 1998, dem 50. Jahrestag der Menschenrechtserklärung, werden Mitglieder von amnesty international durch München ziehen. Einige Demonstrationsteilnehmer werden die wichtigsten Artikel der Menschenrechtserklärung auf Plakaten zeigen. Mehr als 70 Teilnehmer werden weiße Silhouetten tragen, die wie ein menschlicher Schatten aussehen und Aufschriften tragen wie "ermordet", "gefoltert" oder "verschwunden". Diese "Schatten" stehen als Mahnung dafür, daß viele Staaten weltweit immer noch täglich gegen die Artikel der Menschenrechtserklärung verstoßen. Die Demonstration ist zugleich die zentrale Veranstaltung von ai Deutschland. Uwe Kirchner, Sprecher des ai-Vorstands, wird in seiner Jubiläumsrede betonen, daß es nicht nur Gründe zum Feiern gibt, sondern daß die Menschenrechtserklärung eine Aufforderung zum Handeln bleibt. Auch der Weihbischof von München, Engelbert Siebler, wird anwesend sein, um die Demonstration zu unterstützen. Beginn ist um 16 Uhr am Isartorplatz. über Viktualienmarkt, Oberanger und Sonnenstraße geht es zum Odeonsplatz (Ankunft gegen 18 Uhr).

Die Fernsehserie Lindenstraße unterstützt diese Demonstration auf ungewöhnliche Weise: In der Folge vom 6.12.1998 hat Momo Sperling (gespielt von Moritz Zielke) im Fahrradladen ein Plakat für die Demonstration aufgehängt. Am kommenden Sonntag (13.12.) wird sogar die echte Demonstration in der Lindenstraße zu sehen sein: Ein Fernsehteam wird am 10.12. in München Eindrücke der Demonstration filmen. Diese werden mit einer Spielszene zusammengeschnitten, die kurzfristig in Köln gedreht wird.

Hintergrundinformation: Mit der Menschenrechtserklärung hat 1948 die UN-Generalversammlung jedem Einzelnen umfassende Grundrechte zugesagt: Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung und Religionsausübung; jeder hat das Recht auf Freizügigkeit; niemand darf willkürlich festgenommen werden; niemand darf mißhandelt werden. Die Erklärung enthält viele weitere Grundrechte, unter anderem auch das Recht auf Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung und ärztliche Versorgung. Die Staaten haben sich also damals selbst Grenzen gesetzt: Sie haben verkündet, daß sie nicht unumschränkt herrschen dürfen, sondern daß jeder einzelne ihrer Bürger unaufhebbare Rechte besitzt. Die Menschenrechtserklärung ist zwar nicht völkerrechtlich verpflichtend, viele ihrer Inhalte wurden jedoch später in verpflichtende Menschenrechtspakte übernommen, zum Beispiel in den Pakt über bürgerliche und politische Rechte.