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Informationen über Amnesty International
Amnesty International ist eine weltweit tätige, politisch unabhängige Organisation, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen niedergeschrieben worden sind.
Amnesty International fordert die Freilassung von Menschen, die wegen ihrer politischen oder religiösen Einstellung, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung im Gefängnis sitzen und keine Gewalt angewendet haben. AI setzt sich für faire, internationalen Standards entsprechende Gerichtsverhandlungen ein. In jedem Fall wendet sich AI gegen Folter, die Todesstrafe und das sogenannte "Verschwindenlassen."
Für ihre Arbeit wurde Amnesty International 1977 der Friedensnobelpreis verliehen.
Zwei portugiesische Studenten wurden 1961 in Lissabon verhaftet, weil sie in einem Lokal deutlich hörbar auf die Freiheit anstießen. Die Nachricht von der Verhaftung empörte den Londoner Rechtsanwalt Peter Benenson und veranlasste ihn zu handeln. Er wollte nicht länger tatenlos zusehen, wie Menschen allein wegen ihrer Gesinnung ins Gefängnis gesperrt werden. Aber was tun? Er schrieb einen ganzseitigen Artikel, der am 28. Mai 1961 unter dem Titel The Forgotten Prisoners ("Die vergessenen Gefangenen") im Observer erschien. Darin machte Benenson auf das Schicksal politischer Gefangener aufmerksam, die wegen ihrer politischen Einstellung inhaftiert, gefoltert und ermordert wurden. Er rief die LeserInnen dazu auf, sich in Briefen an die Regierungen für diese Menschen einzusetzen.
Amnesty International war geboren. Die deutsche Sektion nahm ihre Arbeit bereits zwei Monate nach Gründung der internationalen Organisation auf. Zu ihren GründerInnen zählen die Autorin Carola Stern und der Journalist Gerd Ruge.
Aus einer Aktion entstand eine erdumspannende Organisation. Inzwischen engagieren sich über eine Million Menschen in mehr als 140 Ländern für die Sache von Amnesty International.
Bereits zwei Monate nach der Gründung von Amnesty International im Mai 1961 wurde in der Bundesrepublik die Arbeit von AI begonnen. Die deutsche Sektion zählt heute knapp 90.000 Unterstützer. Der amtierende Vorstandssprecher ist Stefan Keßler aus Berlin, Generalsekretärin ist Barbara Lochbihler.
Insgesamt etwa 700 AI-Gruppen, 110 Länder- bzw.Themenkoordinationsgruppen sowie 504 lokale und 90 Jugendgruppen, engagieren sich im Bundesgebiet für die Menschenrechte politischer Gefangener und anderer Opfer von Menschenrechtsverletzungen aus aller Welt. An den Eilaktionen beteiligen sich in Deutschland Schätzungen zufolge 10.000 Menschen; mehr als ein Drittel davon bezieht die Urgent Actions über ein E-Mail-Abonnement.
Amnesty International zählt mehr als 2 Millionen Mitglieder und Förderer in über 150 Staaten. Im Internationalen Sekretariat der Organisation sind über 7.500 lokale sowie Schüler-, Studenten- und Berufsgruppen in über 100 Staaten registriert. Darüber hinaus arbeiten AI-Mitglieder in Themen- und Länderspezialgruppen.
- In 53 Staaten gibt es eine Sektion, also eine organisierte Struktur mit einem zentralen Büro, das die Aktivitäten im Land koordiniert und eine kontinuierliche Menschenrechtsarbeit garantiert. In den übrigen Staaten gibt es keine Sektion, aber Mitglieder und evtl. auch Gruppen.
- Die internationale Organisation wird von einem neunköpfigen ehrenamtlichen Vorstand, dem Internationalen Exekutivkomitee (IEC), geführt. Das IEC besteht aus acht AI-Mitgliedern, die alle zwei Jahre vom höchsten beschlussfassenden Gremium der Organisation, der Internationalen Ratstagung, gewählt werden, sowie einem Mitarbeiter des Internationalen Sekretariats.
- Das Internationale Sekretariat hat seinen Sitz in London. Dort arbeiten mehr als 410 hauptamtliche sowie 120 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 50 Staaten. Generalsekretärin von Amnesty International ist seit Herbst 2001 Irene Khan aus Bangladesch.
Mehr Informationen zum Aufbau der Organisation.
- Wie glaubwürdig sind die Informationen von Amnesty International? Glaubwürdigkeit ist die Grundlage der effizienten Arbeit von AI. Jede Information wird in einem siebenstufigen Verfahren, das u.a. eigene Recherchen und Anfragen beinhaltet, auf ihre Zuverlässigkeit überprüft. Jedes Indiz für Menschenrechtsverletzungen, das Amnesty-Ermittlungsmissionen vor Ort recherchieren, muss einer dreifachen Gegenprüfung standhalten. AI übernimmt die volle Verantwortung für die veröffentlichten Berichte. Amnesty International korrigiert aber auch falsche Berichte.
- Ist AI politisch? Der Schutz der Menschenrechte ist das einzige Ziel von AI. Amnesty International ist politisch aber unparteiisch. Amnesty International spricht sich weder für noch gegen irgendein politisches System aus. AI tritt auch nicht notwendigerweise für oder gegen die Ansichten von Opfern von Menschenrechtsverletzungen ein. AI geht es einzig und allein um die Wahrung ihrer Menschenrechte. Politische Überzeugungen der Opfer, der verantwortlichen Regierung oder Oppositionsgruppe spielen keine Rolle für die AI-Arbeit.
- Wie finanziert sich AI? Finanzielle Unabhängigkeit ist für Amnesty International ebenso unerlässlich wie politische. AI wird durch die Mitglieder, Spender und Förderer finanziert. Der überwiegende Teil der Einnahmen setzt sich aus kleinen Einzelspenden, Gruppenbeiträgen und Erlösen lokaler Amnesty-Gruppenaktivitäten (Straßensammlungen, Benefizkonzerte etc.) zusammen. AI nimmt für das Budget kein Geld von Regierungen entgegen.
- Ruft AI zu Boykotten auf? AI spricht sich weder für noch gegen wirtschaftliche Boykotte von menschenrechtsverletzenden Staaten aus. Klar Stellung bezieht AI jedoch gegen internationale Transfers von Waffen, Ausrüstung und Know-how für Militär, Polizei und Sicherheitskräfte, wenn diese vom Empfängerland dazu benutzt werden, zu foltern, gewaltlose politische Gefangene festzuhalten, die Todesstrafe oder extralegale Hinrichtungen zu vollstrecken.
- Was tut Amnesty International für die Vorbeugung? Vorbeugende Arbeit erfordert einen langen Atem und kann nicht mit aufrüttelnden Bildern über menschliches Elend um Unterstützung werben. Vorbeugende Menschenrechtsarbeit heißt, tagtäglich wachsam zu sein. Über diplomatische Kanäle wird Druck auf Regierungen erzeugt, damit sie Menschenrechtsabkommen unterzeichnen, Gesetze mit den Menschenrechten in Einklang bringen und vor allem deren Durchsetzung sicherstellen. Vorbeugung besteht auch darin, beharrlich darauf zu drängen, dass Verstöße gegen die Menschenrechte nicht ungeahndet bleiben, Vorwürfe konsequent untersucht und Verantwortliche vor Gericht gestellt werden. Präventive Menschenrechtsarbeit erfordert die ernsthafte Verpflichtung auf den Schutz aller Menschen - ganz egal, wer sie sind und wo sie leben.
- Welche konkrete Hilfe erhalten die Opfer? Zahllose Protestbriefe, -karten oder -faxe von Amnesty-Mitgliedern oder aus der Öffentlichkeit beeindrucken nicht nur Regierungen. Sie geben den Opfern das Gefühl, nicht vergessen zu sein. AI besucht Gefangene und organisiert die medizinische Betreuung für Folteropfer. Ärztegruppen von AI setzen sich speziell für eine bessere Behandlung und ausreichende medizinische Versorgung von Gefangenen ein. Nach der Freilassung bemühen sie sich um Rehabilitation. Aus eigenen Hilfsfonds finanziert Amnesty International Nahrungsmittel, Kleidung und andere materielle Hilfe für Opfer und ihre Angehörigen.
- Lohnt sich der Einsatz? Die Arbeit von Amnesty International hat geholfen, dass sich schon für unzählige gewaltlose politische Gefangene die Gefängnistore geöffnet, die Situation im Gefängnis oder die medizinische Versorgung verbessert, die Folterungen aufgehört haben und Hinrichtungen nicht vollstreckt werden. Einige Beispiele dafür gibt es auf unserer Erfolge-Seite. Dennoch: AI beansprucht diese Erfolge nicht allein für sich. Ohne eine breite Unterstützung der Öffentlichkeit ist eine erfolgreiche Menschenrechtsarbeit nicht möglich.
Hier finden Sie einige weitergehende Informationen über Amnesty International und ihre Arbeit.
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